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Weitere Therapieformen bei Depressionen

Die interpersonelle Psychotherapie (IPT) ist eine Kurzzeitbehandlung (12 bis 20 Sitzungen), die speziell für Depressive entwickelt wurde. Sie konzentriert sich auf Probleme im Umgang mit anderen Menschen, die nach diesem Konzept entweder Ursache oder Folge der Depression darstellen. In den Sitzungen werden zum Beispiel Trennungen, Konflikte in Partnerschaft und Beruf oder Rollenprobleme in der Familie bearbeitet. Durch die Therapie sollen die Patienten lernen, besser mit ihrem Umfeld zurechtzukommen. Die IPT ist wissenschaftlich anerkannt und eignet sich auch besonders für ältere Menschen mit wiederkehrenden Depressionen. Ziel der kognitiven Umstrukturierung ist vor allem, das Denken des Depressiven zu verändern. In mehreren Schritten lernt der Patient, seine negative Sicht auf Dinge und Lebenssituation zu überprüfen und alternative Denkweisen zu entwickeln. Wie praxistauglich diese sind, prüfen Therapeut und Patient in simulierten Testsituationen. Durchschnittlich dauert eine solche Therapie 20 bis 45 Sitzungen.

Die Familientherapie beruht auf der Annahme, dass die Probleme des Patienten nur mithilfe seiner Familie verstanden und gelöst werden können. Um die Beschwerden zu überwinden, müssen die Verhältnisse zwischen den Verwandten verändert werden. Die sogenannte systemische Familientherapie sieht in den Leiden des Patienten Symptome der ganzen Familie. Finden die einzelnen Mitglieder einen anderen, besseren Umgang miteinander, verschwinden die Symptome des "Indexpatienten" allmählich. Diese Art der Behandlung dauert meist nur sehr kurz (6 bis 12 Sitzungen) und wird oft in Kliniken und Beratungsstellen angeboten.

Das Konzept der klientenzentrierten Gesprächstherapie begreift den depressiven Menschen nicht als passiven Patienten, sondern als aktiven Klienten, der sich Hilfe zum Überwinden seiner Beschwerden sucht und die Richtung der Behandlung selbst bestimmt. Nach der Theorie kennt der Klient grundsätzlich seine Bedürfnisse, allerdings ist ihm dieses Wissen aufgrund negativer Reaktionen auf sein Verhalten im Laufe der Zeit verloren gegangen. Im Gespräch mit dem Therapeuten soll er seine Wünsche und Neigungen wiederfinden, um sich im Alltag entfalten zu können. Solche Gesprächstherapien werden oft mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen kombiniert. Auch in der Gestalttherapie spricht man von Klienten, und auch hier vertrauen die Therapeuten auf die Fähigkeiten des Menschen, sich - mithilfe der Behandlung - selbst aus einer Depression zu befreien. Allerdings muss er dafür zunächst seine Bedürfnisse entdecken und lernen, sich mit anderen Menschen auszutauschen. In Rollenspielen werden Erlebnisse simuliert, die bei der Entstehung der Beschwerden eine maßgebliche Rolle gespielt haben. Dabei entwickelt der Klient zusammen mit dem Therapeuten alternative Handlungsmuster, die nicht in die Sackgasse der Depression führen.