Was hilft bei Angsterkrankungen?

Bei einigen an einer Depression erkrankten ist ein Auslöser dafür eine Angsterkrankung. Deshalb auch hier eine kurze Übersicht, was man gegen Angsterkranungen tun kann.

Für Menschen, die unter Ängsten leiden, werden zahlreiche Behandlungsmethoden angeboten. Viele davon überschneiden sich mit den Therapieformen für Depressive oder ähneln diesen stark. Wie im Fall von Depressionen können auch bei Angsterkrankungen Psychotherapie und Medikamente helfen.

Psychotherapie

Verhaltenstherapie
Bei vielen Varianten der Angsterkrankung hat sich die Verhaltenstherapie bewährt. Gängig sind die systematische Desensibilisierung und die Expositions- oder Konfrontationsmethode. Die Ideen hinter beiden Verfahren sind ähnlich: Um eine konkrete Angst vor bestimmten Dingen zu nehmen, zum Beispiel vor Spinnen, Menschenmassen oder engen Räumen, setzt der Patient sich der gefürchteten Situation aus. Bei der systematischen Desensibilisierung lernt der Patient zunächst, wie er der Angst mithilfe der Entspannungstechnik des US-amerikanischen Psychiaters und-Physiologen Edmund Jacobson begegnen kann. Dann wird er allmählich an das furchterregende Szenarium herangeführt. Zuerst dauern die Testsituationen vielleicht nur wenige Sekunden oder Minuten, dann zunehmend länger, bis der Phobiker schließlich die Angst verloren hat.

Die Konfrontationsmethode funktioniert ähnlich, verzichtet jedoch auf das Entspannungstraining. Stattdessen wird der Patient meist gleich in vollem Maße der angstauslösenden Situation ausgesetzt ("flooding") oder manchmal, wie bei der Desensibilisierung, auch erst nach und nach ("hierarchisiertes Konfrontationstraining"). Oft umfassen solche Therapien zwischen 25 und 50 Sitzungen.

Nicht immer funktionieren die klassischen Behandlungsmethoden. Dann setzen die Therapeuten kognitive Verfahren ein, eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Verhaltenstherapie. Dabei trainieren die Phobiker in Gedanken, Angstgefühle zu bremsen, Katastrophenszenarien auf ihren Realitätsgehalt zu überprüfen und Strategien gegen die Panik zu entwickeln. In Gesprächen mit dem Therapeuten gehen sie dem Ursprung der Ängste auf den Grund, zum Beispiel einem traumatischen Erlebnis oder Beziehungskonflikten. Ein wissenschaftlicher Nachweis für die Wirksamkeit der Methode fehlt bislang. Doch die Krankenkassen zahlen gewöhnlich die Therapie, die mehrere Jahre dauert.

Klientenzentrierte Gesprächstherapie
In einer Studie, die die klassische Gesprächstherapie mit der klientenzentrierten Gesprächstherapie verglichen hat, haben beide Behandlungsformen bei Ängsten gleich gut abgeschnitten. Allerdings fehlte eine Kontrollgruppe, die gar kein Programm absolvierte. Experten sind deshalb noch nicht eindeutig von der Wirksamkeit der Methode überzeugt und fordern eindeutigere Untersuchungen.

Entspannung
Oft raten Ärzte und Psychologen dazu, den Ängsten mit Entspannungsübungen zu begegnen. Zusammen mit einer Verhaltenstherapie, zum Beispiel in einer Kombination aus systematischer Desensibilisierung und Progressiver Muskelentspannung, kann das auch durchaus sinnvoll sein. Dass jedoch Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Hypnose allein gegen Angsterkrankungen helfen können, ist wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen worden.

Medikamente
Zur Behandlung von Angstpatienten werden weitgehend die gleichen Arzneimittel eingesetzt wie in der Depressionstherapie. Antidepressiva setzen bei den biochemischen Vorgängen im Hirn an und verändern die Stimmung, aber nicht die Persönlichkeit. Auf diese Weise verhindern sie erfolgreich krankhafte Angstzustände und auch Panikattacken. Allerdings zeigen sie erst nach rund zwei Wochen regelmäßiger Einnahme einen Effekt und können Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit oder Unruhe auslösen. Auch Benzodiazepine, die in Beruhigungsmitteln enthalten sind, dämpfen die Symptome bei akuten Angstzuständen. Doch weil sie schnell abhängig machen, müssen sie sehr vorsichtig und genauso wie Antidepressiva unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden.

Naturheilmittel
Zahlreiche pflanzliche Mittel sollen gegen Angsterkrankungen helfen, doch tatsächlich liegt weder für Baldrian oder Bachblüten noch für irgendein anderes Naturheilmittel ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis auf diesem Anwendungsgebiet vor. Auch für Johanniskraut, dessen Effekt bei leichten bis mittelschweren Depressionen dokumentiert werden konnte, fehlt hier bislang ein einwandfreier Beweis.

 

 

 

 
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