Behandlung einer Depression

Bei einer Depression handelt es sich um eine Krankheit, welche sowohl vom Köper, als auch von der Psyche wahrgenommen werden kann. Bei einer Depression handelt es sich NICHT um:

  • Eine schlechte Laune, die schon wieder vorbei geht.
  • Eine Traurigkeit, die wohl jedem bekannt ist.
  • Eine ganz normale Müdigkeit.
  • Einen Durchhänger, welchen jeder bei schlechter Laune mal hat.

Eine Depression ist viel weitreichender und betrifft den ganzen Alltag. Dies lässt sich auch nicht auf ein paar Tage oder Stunden begrenzen – es ist während dem gesamten Krankheitsverlauf der Fall. Die gute Nachricht ist: Es ist durchaus eine Behandlung dieser Krankheit möglich. Die schlechte Nachricht ist: Die derzeitige Situation zeigt, dass nicht einmal 50 Prozent der depressiven Menschen tatsächlich Hilfe kriegt. Diese Tatsache ist ziemlich schockierend, da eine Depression bei fachgerechter Behandlung absolut heilbar ist.

Wie so oft ist auch hier wieder der erste Schritt wohl der, der den Betroffenen am schwersten fällt. Gerade dieser Schritt, um überhaupt erst eine Behandlung zu beginnen, ist für einige äußerst schwierig. Daher benötigen viele Erkrankte besonders hierfür die Unterstützung der Mitmenschen.

Wichtig ist, dass der Erkrankte über seine Krankheit spricht. Hierfür sollte man sich einen Menschen suchen, dem man absolut vertraut. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten für die erste Anlaufstelle:

  • Hausarzt
  • Psychiater
  • Psychotherapeut
  • Telefonseelsorge
  • Guter Freund
  • Familie

Egal, wer als erste Anlaufstelle gewählt wird – auf jeden Fall sollte der Erkrankte sowohl von seinen körperlichen, als auch von seinen seelischen Problemen erzählen. Er sollte auch mitteilen, von welchen Gedanken er stets begleitet wird und welche Gefühle und Stimmungen er durchlebt.

Es gibt verschiedene Zeichen, die auf eine Depression hindeuten:

  • Eine depressive Stimmung, welche bereits seit einigen Wochen anhält.
  • Ein oftmaliges Grübeln über den Tod, also beispielsweise:
    • Wenn der Erkrankte keinen Sinn in seinem Leben sieht.
    • Wenn der Erkrankte derart fertig ist, dass er den Suizid als letzten Ausweg sieht.
  • Eine Überforderung durch die Bewältigung des Alltags.

Tritt ein solches Anzeichen ein, so muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Bevor eine Depression behandelt wird, wird stets zunächst der Körper des Patienten untersucht. Diese Untersuchung ist sehr wichtig. Zum einen gibt es Depressionen, welche dieselben Symptome haben wie weitere Erkrankungen, sodass zunächst eine andere Erkrankung ausgeschlossen werden muss. Zum anderen muss geklärt werden, ob der Körper verschiedene Medikamente oder Wirkstoffe nicht verträgt, bevor die Behandlung starten kann.

Es ist sehr wichtig, dass man sich ausreichend über die Krankheit informiert. Der Arzt kann hier schon vieles erklären und auch aufzeigen, welcher Krankheitsverlauf wahrscheinlich eintritt. Sowohl der Patient selbst, als auch die Angehörigen des Erkrankten, sollten auf jeden Fall wissen, worum es sich bei einer Depression handelt und von welchen Auswirkungen sie begleitet werden kann. Eine fundierte Wissensbasis ist unumgänglich, da der Erkrankte lediglich dann in der Lage ist, seine Behandlung selber mitzubestimmen, wenn er genug Informationen hat.

Wenn der Arzt eine Depression diagnostiziert hat, wird er üblicherweise einen Behandlungsplan aufbereiten. Dabei wird auch entschieden, ob eine ambulante Behandlung ausreichend ist, oder ob der Patient stationär, also in einer Klinik, behandelt wird. Außerdem wird in dem Behandlungsplan beschlossen, ob die Durchführung einer Psychotherapie stattfinden wird. Ein weiterer Punkt ist das Festlegen, ob der Erkrankte Medikamente benötigt. Wenn der depressiven Person Medikamente verordnet werden, sollten natürlich Nebenwirkungen abgeklärt werden, welche im Zusammenhang mit weiteren eingenommenen Medikamenten entstehen können.

Wenn der Erkrankte Medikamente benötigt, sollte er bei deren Verwendung eine gewisse Geduld mit sich bringen. Die Wirkung dieser Medikamente schaltet sich nicht von einem Tag zum nächsten ein. Es gibt einige Antidepressiva, die einige Wochen Zeit benötigen, bevor die gesamte Wirkung eintritt.

Es gibt verschiedene Depressionsformen. Bei einigen Arten kommen auch weitere Verfahren zur Behandlung in Frage oder werden sogar unumgänglich. Beispiele hierfür sind die Lichttherapie, wenn der Patient eine Winterdepression hat oder der Schlafentzug, wenn der Patient heftige Tagesschwankungen aufweist.

Der Sinn der Behandlung ist selbstverständlich, dass die Krankheit überwunden wird. Daher ist es wichtig, einen engen Austausch mit seinem Arzt zu führen. Damit ist insbesondere gemeint, dass man es ansprechen sollte, wenn man an der derzeitigen Behandlungsform zweifelt und das Gefühl hat, dass sie einem nicht hilft. Es kann auch sein, dass dann eine Anpassung der Behandlung vorgenommen wird. Außerdem sollte man keine Hemmungen davor haben, weitere Ärzte zu kontaktieren.


Therapieformen zur Behandlung von Depressionen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für eine Therapie gegen eine depressive Erkrankung. Die wichtigsten werden im Folgenden vorgestellt:

Das Gespräch

Ein erster wichtiger Schritt für die Behandlung einer Depression ist das offene Gespräch. Dieses kann natürlich mit dem Hausarzt durchgeführt werden, aber auch mit einem Psychotherapeuten, Psychiater oder einer Beratungsstelle. Oft haben depressive Menschen bei diesem Gespräch das Gefühl, endlich ein kompetentes Gegenüber haben. So können Sie, häufig lange ersehnt, einmal alles erzählen, also über ihre Situation, den Zustand, die Gefühle, ohne dass sie befürchten müssen, dass ihr Gegenüber sie als unfähig, dumm, schuldig, verrückt oder wertlos einschätzt. In vielen Fällen bietet dies eine deutliche Erleichterung für den Patienten. So könnte man dieses erste Gespräch eigentlich bereits als „kleine Therapie“ einordnen, weil viele Patienten es als große Befreiung empfinden.

Eine bedeutende Rolle bei diesem Gespräch spielt es, dass der Erkrankte nach Möglichkeit wirklich alles erzählen sollte und keine Dinge für sich behalten. Er sollte sich darüber im Klaren sein, dass er seinem Arzt vertrauen kann. Nur wenn er sich ihm gegenüber völlig öffnet, kann der Arzt einen umfassenden Blick über die Krankheit erhalten und dadurch eine passende Hilfe wählen.

Psychotherapie

Die Wirkung des Verfahrens der Psychotherapie basiert auf:

    • Gesprächen.
    • Beziehung von depressiver Person und Therapeut.
    • Handlungen.

Abhängig von der Bedeutung und Form der Therapie zählen zu der Therapie:

    • Beeinflussung
    • Erlebensweisen
    • Überzeugung
    • Verhaltensweisen
    • Denkweisen
    • Ratschläge

Der depressive Mensch soll die Möglichkeit erhalten, seine Lebensgeschichte näher zu betrachten sowie anders und besser zu verstehen. Auch soll er die Chance bekommen, Konflikte aus der Vergangenheit zu lösen.

Therapie: Sport

Wahrscheinlich kann fast jeder mitreden, wenn es um die positiven Gefühle geht, welche nach dem Sport aufkommen. Der Körper wird müde, jedoch auf eine entspannte Art. Außerdem darf man sich auf die eigene Schulter klopfen und stolz auf seine Leistung sein. Vor allem Menschen die Leistungssport betreiben, können aus eigener Erfahrung bestätigen, dass der Sport noch mehr positives bewirkt, nämlich dass er die Stimmung des Sportlers verbessert. Der Grund dafür ist eine Endorphinausschüttung. Endorphine sind ähnlich wie Morphium. Es handelt sich dabei um Botenstoffe des Körpers, welche den Menschen glücklich werden lassen.

Lichttherapie

Wahrscheinlich weiß jeder, dass Licht sich positiv auf unseren Antrieb und unsere Stimmungslage auswirkt. Einigen dürfte außerdem die Wintermüdigkeit bekannt sein, also dass man während der düsteren Wintertage oft müde ist. Im Vergleich dazu gibt es während den Sommermonaten sehr viele tolle Tage, die wir erleben dürfen.

Magnetstimulation

Derzeit sind einige Kliniken mit der Erforschung der sogenannten Magnetstimulation beschäftigt. Wenn ein Patient diese Therapie verwendet, so wird ein begrenzter Teil seiner linken Hirnhälfte, aber nur der vordere Teil, mit einem magnetischen Feld behandelt. In diesem Magnetfeld herrscht eine äußerst starke Energie. Diese kann man in etwa mit der Energie von einem Kernspintomographen vergleichen. Die Therapieform der Magnetstimulation hat sich inzwischen bei einem Teil der Erkrankten als sehr positiv erwiesen. Das Besondere ist, dass diese Therapie teilweise selbst in Fällen hilfreich war, in denen zuvor erprobte Therapieformen alle keine Wirkung zeigten.

Stimulation des Vagusnerv

Die Vagusnerv-Stimulation hat ihren Ursprung eigentlich wo anders, nämlich wenn bei einem Menschen Epilepsie behandelt wird. Bei diesem Verfahren wird dem Patienten ein Stimulator in den Körper gepflanzt. Dieser Stimulator mit einem Durchmesser von ca. drei cm kommt unter das Schlüsselbein. Seine Funktion kann man in etwa mit der eines Herzschrittmachers vergleichen. Er ist mit Hilfe eines äußerst dünnen Kabels mit dem sogenannten Vagusnerv gekoppelt, welcher sich im Bereich des Halses befindet. Bei dem Vagusnerv handelt es sich um einen Hirnnerv, über den vom Hirn lebenswichtige Dinge geleitet werden, so beispielsweise der Herzschlag. Bei der Vagusnerv-Stimulation zu Behandlung von Depressionen leitet der Vagusnerv Impulse an das Hirn weiter.

Elektrokrampftherapie

Die Elektrokrampftherapie hat einen sehr negativen Ruf. Um ihr Ansehen nicht zu verlieren und der Meinung der Öffentlichkeit standzuhalten, wird die Elektrokrampftherapie daher von einigen Kliniken nicht angewandt. Es ist aber fraglich, ob dies der richtige Weg ist. Diese Therapieform wurde als erstes in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angewandt und hat sich damals als äußerst positiv gezeigt. Dies hielt an, bis die ersten Antidepressiva produziert wurden, welche der Elektrokrampftherapie dann vorgezogen wurden. Dennoch ist die Elektrokrampftherapie auch in der heutigen Zeit noch von großer Bedeutung – so ist sie notwendig, um bestimmte Depressionen zu behandeln, welche lebensbedrohlich sind und nicht durch alternative Therapien behandelt werden können.

Tiefenpsychologische Verfahren

Eine Therapiemöglichkeit zur Behandlung von Depressionen wird durch tiefenpsychologische Verfahren gegeben. Diese resultieren aus Überlegungen von Jung, der sich mit der analytischen Psychologie beschäftigte, Dr. Freud, der sich mit der Psychoanalyse beschäftigte, sowie einer Vielzahl weiterer Therapeuten. Der Sammelbegriff der Tiefenpsychologie umfasst folgende Verfahren:

    • Klassische Psychoanalyse
    • Tiefenpsychologische Gruppentherapie
    • Tiefenpsychologische Psychotherapie
    • Tiefenpsychologische Krisenintervention
    • Tiefenpsychologische Kurzzeittherapie

Verhaltenstherapeutische Verfahren

Über einen langen Zeitraum wurde die Verhaltenstherapie als völlige Lerntherapie betrachtet. Man ignorierte die Vergangenheit der depressiven Person und war damit beschäftigt, lediglich durch die Mittel Bestrafung sowie Belohnung, ihr Verhalten zu ändern. Mittlerweile wird der Erkrankte bei verhaltenstherapeutischen Verfahren allerdings ganz anders, nämlich viel uneingeschränkter, betrachtet. So spielen nun auch seine Lebensgeschichte und seine Vergangenheit, sowie die derzeitige familiäre und soziale Situation, eine Rolle.

Wachtherapie

Es kommt oft vor, dass Menschen mit Depressionen unter Schlafstörungen leiden. Diese können sich äußern als:

    • Sehr frühes Aufwachen.
    • Probleme beim Einschlafen.
    • Durchschlafstörungen.

Solche Schlafstörungen haben fatale Folgen: Nicht nur der Körper ist total erschöpft, sondern auch die Psyche wird noch zusätzlich belastet. Durch die Erschöpfung wird dem Menschen die gesamte Energie entzogen. Er hat eine gedrückte Stimmungslage und sein Antrieb geht verloren. Ein gesunder Schlaf ist also sehr wichtig – aber warum wird dann bei diesen Problemen zu einem Schlafentzug geraten? Diese Empfehlung ist für die meisten sehr merkwürdig. Spricht ein Arzt die Wachtherapie an, so kommt es häufig vor, dass Patienten meinen, vom Arzt nicht richtig verstanden worden zu sein.


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Was kann ich selbst dazu tun, damit eine Therapie besser verläuft?

Aus einer depression herauszukommen ist nicht einfach. Es gibt viele Fallstricke zu überwinden, die eine Therapie von Depressionen zunichte machen können.
Depressive als auch Angehörige können bei leichten Depressionen jedoch auch selbst eine Menge tun, um die Depression zu überwinden.
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