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Tiefenpsychologische Psychotherapie
Wer sich bei der Bekämpfung seiner Depressionen für die
Tiefenpsychologische Psychotherapie entscheidet, wird mit seinem
Therapeuten vor allem Konflikte aufarbeiten. Oftmals reichen die
Gesprächsthemen deswegen zurück bis in die Kindheit. Insgesamt
wird versucht, die Ursachen für die entstandene Depression
ausfindig zu machen und diese zu bekämpfen. In fast jeder Therapiestunde
wird es zu einem längeren Gespräch zwischen Patient und
Therapeut kommen. Ob der Patient dabei selbst Konflikte aus der
Kindheit anspricht oder der Therapeut das Gespräch führt,
kann sehr verschieden sein. Um bei schwereren Depressionen eine
schnelle Besserung zu erzielen, wird bei der Tiefenpsychologischen
Psychotherapie nicht selten als unterstützende Maßnahme
mit Medikamenten gearbeitet.
Tiefenpsychologische Verfahren
Mutter aller tiefenpsychologischen Behandlungsvarianten ist die
Psychoanalyse von Sigmund Freud. Psychoanalytiker deuten
die Depression unter anderem als Konsequenz nicht ausgelebter Aggressionen,
die sich schließlich gegen die eigene Person richten. Die
Ursachen der Beschwerden liegen diesem Konzept zufolge oft in traumatischen
Erlebnissen in der Kindheit, die der Patient verdrängt hat
und die es in den Sitzungen aufzuspüren gilt. Mithilfe spezieller
Techniken wie Traumdeutung oder freiem Assoziieren sollen die verschütteten
Erinnerungen dann analysiert und überwunden werden. Die Therapie
ist zeitintensiv (mehrere Sitzungen ä 50 Minuten pro Woche)
und dauert mehrere Jahre. Die Kassen zahlen die Behandlung (bis
zu 300 Stunden), deren Wirkung bei Depression jedoch bislang nicht
wissenschaftlich erwiesen ist. Die am weitesten verbreitete tiefenpsychologische
Methode ist die psychoanalytische Kurzzeittherapie. Sie beschränkt
sich auf ein klar begrenztes Problem oder einen Konflikt, wie zum
Beispiel eine Trennung oder Mobbing am Arbeitsplatz, und ist zeitlich
auf bis zu 40 Stunden begrenzt. Oft werden solche Kurzzeitbehandlungen
in besonders dringenden Fällen eingesetzt, da sie schneller
bewilligt werden als eine umfangreiche Analyse. Ihre Wirksamkeit
ist gut belegt, allerdings haben sich sehr kurze Therapien mit weniger
als zwölf Stunden als wenig erfolgreich erwiesen.
Ebenfalls hilfreich kann die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
sein. Dieser Begriff fasst viele verschiedene Verfahren zusammen,
die sich aus der klassischen Psychoanalyse entwickelt haben. Allerdings
stehen hier nicht Erfahrungen in der Kindheit, sondern aktuelle
psychische Konflikte im Mittelpunkt, deren Lösung angestrebt
wird. Die Vergangenheit dient dabei zur Erklärung der Beschwerden
lediglich als Hintergrund. Und die Gespräche finden nicht im
Liegen, sondern im Sitzen statt. So begegnen sich Therapeut und
Patient, allein oder in der Gruppe, auf Augenhöhe. Im Durchschnitt
dauert eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 60 Sitzungen.
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