Das Gespräch

Ein erster wichtiger Schritt für die Behandlung einer Depression ist das offene Gespräch. Dieses kann natürlich mit dem Hausarzt durchgeführt werden, aber auch mit einem Psychotherapeuten, Psychiater oder einer Beratungsstelle. Oft haben depressive Menschen bei diesem Gespräch das Gefühl, endlich ein kompetentes Gegenüber haben. So können Sie, häufig lange ersehnt, einmal alles erzählen, also über ihre Situation, den Zustand, die Gefühle, ohne dass sie befürchten müssen, dass ihr Gegenüber sie als unfähig, dumm, schuldig, verrückt oder wertlos einschätzt. In vielen Fällen bietet dies eine deutliche Erleichterung für den Patienten. So könnte man dieses erste Gespräch eigentlich bereits als „kleine Therapie“ einordnen, weil viele Patienten es als große Befreiung empfinden.

Eine bedeutende Rolle bei diesem Gespräch spielt es, dass der Erkrankte nach Möglichkeit wirklich alles erzählen sollte und keine Dinge für sich behalten. Er sollte sich darüber im Klaren sein, dass er seinem Arzt vertrauen kann. Nur wenn er sich ihm gegenüber völlig öffnet, kann der Arzt einen umfassenden Blick über die Krankheit erhalten und dadurch eine passende Hilfe wählen.

Was diesem Gespräch eine so hohe Bedeutung zuordnet ist auch die Tatsache, dass es eine unterstützende Wirkung für den Patienten haben soll. Durch das Gespräch sollen verschiedene Dinge erreicht werden:

  • Der Patient bekommt durch den Arzt eine angebrachte Zuwendung.
  • Der Arzt kann dem depressiven Menschen Zuverlässigkeit vermitteln.
  • Es wird eine gute Atmosphäre geschaffen.
  • Der Erkrankte erhält eine gewisse Stabilität.

Weil sich die depressive Person bei dem Gespräch alles von der Seele sprechen kann, keine Geheimnisse haben muss und beschreiben kann, wie er sich fühlt, hilft dies bereits ein wenig, seinen Schmerz zu lindern. Der Arzt kann ihn dabei unterstützen und durch überlegtes Einhaken noch mehr Probleme entdecken.

In den meisten Fällen bildet das Gespräch die Basis, sodass der Arzt festlegen kann, welche Therapien dem Patienten bei der Behandlung helfen können.

In unserer heutigen Gesellschaft ist es leider so, dass es einige Ärzte gibt, die diesem Gespräch nicht ausreichend Aufmerksamkeit und Zeit entgegenbringen. Vielleicht kann man sie auch ein wenig verstehen, da sie häufig unter einem enormen Zeitdruck stehen. Dennoch darf dieses wichtige Gespräch auf keinen Fall durch ein zu rasch geschriebenes Rezept ersetzt werden. Wenn der Patient also das Gefühl hat, von seinem Arzt zu wenig Aufmerksamkeit zu erhalten und nicht richtig gehört zu werden, sollte er genau das dem Arzt mitteilen. Wenn dies eine zu große Hürde darstellt, kann diese Aufgabe auch ein Familienmitglied übernehmen. Sollte die Anmerkung jedoch keine Wirkung zeigen, ist es wahrscheinlich ratsam, einen anderen Arzt zu wählen!

Auch wenn dieses erste Gespräch so wichtig ist, bleibt es natürlich nicht bei diesem. Gespräche mit dem Arzt werden bei der Behandlung einer Depression immer wieder kommen. Wenn eine medikamentöse Therapie durchgeführt wird, muss diese vor allem zu Beginn durch ärztliche Gespräche begleitet werden. Ein bis zwei Termine pro Woche sind hier sicher nicht zu viel. Man muss dabei bedenken, dass diese Gespräche für den Arzt die Grundlage darstellen, um die Wirkung der Medikamente einschätzen zu können. Dies hilft ihm dabei, Nebenwirkungen zu erkennen und zu prüfen, ob noch Änderungen notwendig sind. Ebenso ist eine Überwachung des weiteren Krankheitsverlaufes lediglich mit Hilfe von ärztlichen Gesprächen möglich. Dadurch wird dem Patienten allerdings auch vermittelt, dass der Arzt ihn nicht vergessen hat, sondern immer noch zur Verfügung steht. Wenn der Erkrankte befürchtet, nicht ausreichend Gespräche mit dem Arzt zu führen, sollte er diese Bedenken seinem Arzt auf jeden Fall schildern.

Wenn die erste Phase einer medikamentösen Behandlung vorbei ist, ist eine Stabilisierungszeit notwendig, welche zum Teil mehrere Monate lang dauern kann. Auch während dieser Zeit der Stabilisierung müssen weiterhin Gespräche geführt werden. Diese sollen den Patient dabei unterstützen, mit seinem Alltag wieder klar zu kommen. Außerdem soll dies helfen, verschiedene Erfahrungen, welche im Zusammenhang mit der Krankheit entstanden sind, gemeinsam zu besprechen und aufzuarbeiten.

Es gibt noch einen weiteren Grund für die ärztlichen Gespräche. Häufig haben die Patienten große Bedenken, dass die medikamentöse Behandlung von erwarteten oder teilweise tatsächlich vorhandenen Nebenwirkungen begleitet wird. Diese Bedenken sollen durch offene Gespräche gemildert werden. Die Erkrankten selbst vermeiden dieses Thema häufig und wählen einen anderen Weg: Sobald sie sich ein wenig besser fühlen, beenden sie die medikamentöse Behandlung einfach. Dies ist allerdings fatal, da damit der gesamte Behandlungserfolg riskiert wird. Deshalb sollte der Arzt undbedingt auch zum Thema Nebenwirkungen Gespräche führen. Dabei sollte man auch bedenken, dass er häufig die Möglichkeit hat, die Nebenwirkungen einzuschränken oder auszuschalten.

 

 

 

 
Startseite
Erste Anzeichen
Übersicht über eine Depression
Was eine Depression NICHT ist

Ursachen für Depressionen

Ungünstige Faktoren
Symptome
Depressionen bei Kindern
Depressionen bei Jugendlichen
Frauen und Depressionen
Männer und Depressionen

Depressionen im Alter
      Behandlungs-
        möglichkeiten

      Kinder mit         depressiven Eltern
      Depressive         Pseudodemenz

Verlauf und Prognose
Welcher Arzt ist der Richtige?
Arten von Depressionen
      Major Depression
      Bipolare Störungen
      Dysthymia
      Erschöpfungs-
        Depression

      Neurotische         Depression
      Reaktive Depression
      Symptomatische         Depression
      Zyklothyme Störung
      PMS und PDS
      Wochenbett-
        depression

      Winterdepressionen
      Klimakterische         Depressionen
Medikamente
       TZA
       SSRI
       SNRI
       MAO-Hemmer
       FAQ

Therapiemöglichkeiten
Den richtigen    Therapeuten finden

Das Gespräch
Elektrokrampftherapie
Magnetstimulation
Psychotherapie
Familientherapie
Interpersonelle    Psychotherapie
Kognitive    Umstrukturierung
Verhaltens-
    therapeutische     Verfahren

 

Geschafft - Endlich wieder gesund!
Aus der Depression lernen

Stress und Depressionen

Trauer und Depressionen
Rückfall vermeiden
Die richtige Ernährung
Rauchen und Depressionen
Hilfe bei Angsterkrankungen
Tipps für Betroffene
       Gesünder denken
       Selbstwertgefühl           steigern
Tipps für Angehörige
Suizid - Selbstmord
Drogenprobleme
Gegen die Sinnlosigkeit
Zurück in den Job
Depressionen und Borderline
Selbsthilfegruppen
 
Karl's Tagebuch
News-Blog
 
Impressum