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Elektrokrampftherapie (EKT)

Die Behandlung depressiver Patienten mit elektrischem Reizstrom hat in Deutschland einen so miserablen Ruf, dass sie von vielen Kliniken nicht mehr angeboten wird - zu Unrecht. Denn die EKT ist keineswegs eine moderne Foltermethode, wie sie in Filmen oft erscheint, sondern eine effektive Art, vor allem schwere Depressionen zu lindern. Und das besonders bei einer therapieresistenten Altersdepression. Selbst wenn Medikamente und Psychotherapie nicht anschlagen, kann diese Variante erfolgreich sein. Bei der EKT werden bestimmte Hirnbereiche des narkotisierten Patienten unter Strom gesetzt und auf diese Weise künstlich ein Krampfanfall ausgelöst. Medikamente sorgen jedoch dafür, dass die Muskeln entspannt bleiben und es so nicht zu den sonst typischen Zuckungen während des Anfalls kommt. Oft wirkt die EKT bereits nach zwei bis vier Anwendungen. Weshalb, ist allerdings noch nicht umfassend geklärt. Unter anderem werden bei der Methode Eiweiße im Gehirn verstärkt freigesetzt, denen eine beruhigende Wirkung zugeschrieben wird. Außerdem erhöht sich die Dichte der Rezeptoren für einige Botenstoffe, die mit der Depression zusammenhängen. Weil die EKT zwar bei akuten Beschwerden hilft, aber nicht vor Rückfällen schützt, sollte anschließend eine Medikamententherapie, eventuell zusammen mit einer Psychotherapie, folgen.