Ursachen von Depressionen
Die Betroffenen selbst sind meist nicht in der Lage, die Ursachen
für ihre Erkrankung zu erkennen. Die Medizin sieht heute sechs
verschiedene Ursachen als Auslöser einer Depression. Dazu gehören
eine genetische Veranlagung, traumatische Ursachen, Neurobiologischefaktoren,
saisonale Depressionen, andere Erkrankungen sowie Medikamente, die
Depressionen auslösen können.
Die Erkrankung kann also viele verschiedene Ursachen haben. Liegt
zum Beispiel eine genetische Veranlagung vor, das heißt, dass
ein Elternteil bereits an einer Depression erkrankt ist, so liegt
die Wahrscheinlichkeit höher, dass man selbst an einer Depression
erkrankt. Dies wurde natürlich auch wissenschaftlich erforscht
mit dem Ergebnis, dass die Quote bei bis zu 20 % höher liegt
als bei Patienten, die gesunde Eltern haben. Sind beide Elternteile
des Erkrankten depressiv, so steigt die Wahrscheinlichkeit auf bis
zu 60 % an.
Traumatische Ursachen, wie zum Beispiel der Tod von nahen Angehörigen
oder Missbrauch können ebenfalls Depressionen auslösen.
Damit eine Depression ausbricht braucht es aber meist ein Zusammenwirken
mehrerer Faktoren. So ist es z.B. unterschiedlich, welche Rolle
erbliche und umweltbedingte Faktoren spielen. Eine genetische Veranlagung,
neurobiologische Störungen sowie bestimmte Entwicklungs- und
Persönlichkeitsfaktoren (psychosoziale Faktoren) bilden die
Basis der meisten Depressions-Erklärungsmodelle.
Meist haben die Betroffenen jedoch eine geringere Toleranz gegenüber
seelischen, körperlichen und biografischen Belastungsfaktoren
als gesunde Menschen. Diese Toleranz wird übrigenz auch Vulnerabilität
genannt und heißt übersetzt Anfälligkeit oder Verletzlichkeit.
Der Betroffene ist also anfälliger für diese negative
Faktoren als andere Menschen.
Auslöser
für eine Depressionen sind meist persönliche belastende
Ereignisse oder Überforderungssituationen, die der Betroffene
nicht verarbeiten kann und auf die er besonders sensibel reagiert.
Genetische Veranlagung
Depressionen treten familiär gehäuft auf. Sind Verwandte
ersten Grades betroffen, also die Eltern, liegt die Gefahr höher,
selbst eine Depression zu entwickeln. In Zahlen ausgedrück
sind es bis zu 15% höheres Risiko als mit "gesunden"
Eltern. Eine Depression ist somit zwar nicht direwkt vererbbar,
jedoch eine Neigung oder Anfälligkeit dafür.
Stoffwechsel- und Funktionsstörungen im Gehirn
Depressionen können u.a. auch durch eine Stoffwechselstörung
im Gehirn hervorgerufen werden. Bestimmte Überträgersubstanzen
(Serotonin, Dopamin, Noradrenalin usw.) scheinen aus dem Gleichgewicht
zu geraten. Depressive Menschen haben oft eine zu niedrige Konzentration
dieser Stoffe im Gehirn.
Zudem stellte man mit bildgebenden Verfahren bei Depressiven eine
veränderte Aktivität des so genannten limbischen Systems
im Gehirn fest. Das limbische System, auch als stressregulierendes
System bezeichnet, ist für das Empfinden und Verarbeiten von
Gefühlen mitverantwortlich. Die veränderte Aktivität
bei der Verarbeitung von Gefühlen erklärt u.a., die erhöhte
psychische Verletzlichkeit depressiver Patienten und warum oft Schicksalsschläge
einer Erkrankung vorausgehen.
Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren (psychosoziale
Faktoren)
Ein
weiterer Faktor, der für eine Depression verantwortlich gemacht
werden kann, ist einefehlerhafte Entwicklung in der Kindheit. Ein
zu ängstlicher oder überfürsorglicher Erziehungsstil
und eine daraus entstehende "erlernte Hilflosigkeit",
wie man es so nennt, sowie unzureichende Möglichkeiten der
Stressbewältigung der Erkrankten können einen Risikofaktor
zur Entstehung einer Depression darstellen.
Aber auch der Verlust eines Elternteils in der frühen Kindheit,
eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung oder ein gestörtes
Selbstwertgefühl in der frühen Kindheit können ein
Grundstein zu einer späteren Depression sein. Und schließlich
können Traumata wie z.B. sexueller Missbrauch, Katastrophenerlebnisse
u.ä. bei erneuten Krisensituationen den Ausbruch einer Depression
auslösen.
Reaktive Faktoren
Überwiegend treten Depressionen nach kritischen, belastenden
oder negativen Ereignissen auf, z.B. dem Verlust eines Partners,
dem Tod eines Angehörigen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes.
So konnte man nachweisenm dass stressreiche Lebensereignisse zu
neurobiologischen Reaktionen wie z.B. vermehrter Ausschüttung
des Stresshormons Cortisol führen können, welches auch
bei Depression in erhöhter Konzentration im Blut gefunden wird.
Aber auch körperliche
Erkrankungen (z.B. Krebs, dauerhafte
Schmerzen, AIDS, Herz-Kreislauf- und Demenz-Erkrankungen) sowohl
manche Medikamente können für den Ausbruch einer Depression
verantwortich sein.
Weitere Risikofaktoren
Es gibt noch weitere Faktoren, die zusätzlich eine erhöhte
Anfälligkeit für eine Depression darstellen.
Dazu gehören u.a.:
Single-Sein bzw. geschieden sein
Weiblich sein
In einer Großstadt leben
Geringe Bildung bzw. Ausbildung
Arbeitslos sein
Kaum soziale Kontakte haben
Drogenmissbrauch,
Alkohol, Tabak, Canabis usw.
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