Gründe für eine depressive Erkrankung

Viele stellen sich natürlich die Frage, wodurch eine Depression verursacht wird, also welche Auslöser sie haben kann. Jedoch ist es so, dass man derzeit noch keinen konkreten Auslöser für diese Erkrankung finden konnte. Heutzutage herrscht hingegen die Meinung vor, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Elemente gibt, welche bei dem Aufkommen und der Entwicklung einer Depression mitwirken.

Eine Depression zählt in unserem Land zu den Erkrankungen, welche am öftesten auftreten. Menschen, die an dieser Krankheit forschen, sind der Meinung, dass schließlich 15 Prozent der männlichen Bevölkerung und fast ein Viertel der weiblichen Bevölkerung während ihres Daseins Betroffene einer depressiven Erkrankung werden. Erfolgt keine gezielte Behandlung dieser Erkrankung, so führen laut Schätzungen rund 10 bis 15 Prozent der depressiven Menschen einen Suizidversuch durch. Auch die Weltgesundheitsorganisation hat den Schweregrad der Depression erkannt und ordnet diese Krankheit als noch schwerwiegender ein, als beispielsweise eine Erkrankung des Herzens oder Diabetes. Daran ist zu sehen, dass die betroffenen Menschen in der Tat äußerst heftig unter einer Depression leiden.

Es gibt jede Menge Anzeichen dafür, dass es sich bei einer depressiven Erkrankung um ein Phänomen unserer neuen Zeit handelt. Diese Zeit bringt nämlich einige Schwierigkeiten mit, die es für den Einzelnen zu bewältigen gilt:

Diese Faktoren können dazu führen, dass der Mensch an einer Depression erkrankt. Zumindest fördern sie diese Krankheit.

Es gibt noch einen anderen Faktor, an den allerdings viele zunächst nicht denken: Zur heutigen Zeit wird der biologische Rhythmus des Menschen, also sein innerer Rhythmus, völlig missachtet. Früher war es noch so, dass der Mensch dann aufgewacht und aufgestanden ist, wenn das Krähen des Hahns zu hören war. Ebenso ist er damals schlafen gegangen, wenn es dunkel wurde. Dies ist heute nicht mehr so, da durch die unterschiedlichen technischen Entwicklungen ermöglicht wurde, dass der Lebensrhythmus des Menschen völlig verschoben wird. Insbesondere trägt natürlich das elektrische Licht dazu bei. Zu der heutigen Zeit stehen die Menschen nämlich auf, wenn es eigentlich noch Nacht ist und gehen auch dann erst ins Bett, wenn es schon wieder Nacht ist. Dadurch wird die innere Uhr, die jeder Mensch in sich trägt, vollkommen überfordert und verstellt. Auch dieses Verstellen wird als ein Auslöser von depressiven Erkrankungen betrachtet. Trotzdem kann dies natürlich nicht alleine für eine Depression verantwortlich sein. Es gibt verschiedene Nachweise, dass bereits während der Antike Menschen von depressiven Erkrankungen betroffen waren. Depressionen gibt es schließlich nicht ausschließlich zur heutigen Zeit.

 

Im Folgenden werden unterschiedliche Gründe für Depressionen vorgestellt:

  • Verlust und Angst vor Verlust

Es liegt in der Natur des Menschen, dass man sich verschiedene Dinge wünscht und sowohl an die Umwelt, als auch an die eigene Person, verschiedene Erwartungen hat. Bei einer Nichterfüllung dieser Wünsche und Erwartungen erfährt die betroffene Person negative Gefühle, wie beispielsweise Enttäuschung oder Wut. Auch wenn man sich dagegen wehrt kann es unter Umständen passieren, dass man in eine große Krise gelangt.
Die jeweilige Reaktion des Menschen ist abhängig von der Lebenserfahrung und seinen Einstellungen. So wird eine depressive Erkrankung besonders dann ermöglicht, wenn die betroffene Person eine negative Einstellung zu sich selbst, seinem Leben, der jeweiligen Situation sowie seiner gesamten Zukunft hat. Für diese Menschen ist es charakteristisch, dass es ihnen so vorkommt, als würden sie immer wieder versagen. Sie sehen außerdem keinen Ausweg aus ihrer Situation. Typische Beispiele für solche Situationen sind:

    • Der Jobverlust: Die betroffene Person fühlt sich miserabel und ist davon überzeugt, dass sie in ihrem Leben nie wieder einen Job bekommen wird.
    • Der Partnerverlust: Kommt es zu einer Trennung oder Scheidung, so hat die betroffene Person das Gefühl, sie wäre nicht mehr liebenswert. Außerdem ist sie davon überzeugt, auch in Zukunft keinen Partner mehr zu bekommen.

Menschen, die eine solch negative Einstellung haben, kommen mit solchen Situationen überhaupt nicht klar. Es erfolgt ein Rückzug von den Mitmenschen und aus der Gesellschaft, weil der Betroffene sich wertlos fühlt.

  • Probleme während der Kindheit

Ein Faktor, der zu einer Depression beitragen kann, ist dann gegeben, wenn die betroffene Person eine gestörte Kindheit erlebt hat. Beispiele für Störungen während der Kindheit können sein:

    • Das Kind wird von seinen eigenen Eltern abgelehnt, weil diese die Leistungen ihres Kindes als unzureichend erachten.
    • Dem Kind wird kaum Liebe geschenkt.
    • In der Familie tritt Gewalt auf, beispielsweise zwischen den Eltern oder auch gegenüber dem Kind.
    • Die Eltern erwarten eine Sauberkeit, die eigentlich schon zwanghaft ist.
    • Das Kind wird immer wieder erniedrigt und kann daher kein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln.
    • Das Kind wird von seiner Umwelt isoliert. Freunde oder andere soziale Kontakte werden unterbunden.

Es herrscht also eine Einigkeit darüber, dass durch eine gestörte Kindheit durchaus die Basis für eine Depression gelegt werden kann. Es ist möglich, dass diese Probleme auch anhalten, wenn die betroffene Person längst erwachsen ist. Die Depression kann damit auch erst nach geraumer Zeit entstehen.

  • Traumatische Erlebnisse

Eine andere Ursache für die Förderung einer depressiven Erkrankung wird durch traumatische Erlebnisse gegeben. Damit meint man negative Erfahrungen, die natürlich jeder von uns einmal durchlebt. Diese Erlebnisse können für den Betroffenen äußerst schmerzlich sein. Das menschliche Gehirn speichert solche Dinge. Wenn die betroffene Person dann in eine Situation kommt, die der bereits erlebten Situation ähnlich ist, so werden die gespeicherten Informationen vom Gehirn wieder aufgerufen. Dies kann in manchen Fällen der erste Schritt zu einer depressiven Erkrankung sein. Schmerzhafte oder traumatische Erlebnisse können beispielsweise folgende Dinge sein:

    • Ein schlimmer Unfall
    • Missbrauch
    • Isolation vor sozialen Kontakten
    • Zwischenmenschliche Probleme
    • Trennung oder Scheidung
    • Verlust von Mutter und/oder Vater
    • Starke finanzielle Probleme
    • Krankheit
    • Psychischer Druck
    • Familienkonflikte
    • Stress
  • Veranlagung

Leider ist es so, dass auch eine erbliche Veranlagung der Grund für eine Depression sein kann. Das bedeutet, dass Menschen, bei denen ein Elternteil diese Erkrankung hatte, stärker gefährdet sind, ebenso von einer depressiven Erkrankung betroffen zu werden.

  • Erkrankungen des Körpers

Es ist ebenso möglich, dass der Auslöser einer depressiven Erkrankung durch eine Erkrankung des Körpers gegeben ist. Dies könnte beispielsweise sein:

    • Lebererkrankungen
    • Schilddrüsenerkrankungen
    • Parkinson
    • Andauernde Schmerzzustände
    • Missbrauch von Tabletten
    • Missbrauch von Alkohol
    • Chronische Krankheiten
    • Heftige Infektionen, beispielsweise HIV
    • Erkrankungen, welche sich auf das Aussehen der betroffenen Person auswirken. Dazu gehören beispielsweise:
      • Starke Akne
      • Körperliche Behinderungen
      • Schuppenflechte
  • Biologische Elemente

Es kann ebenfalls biologische Faktoren geben, welche eine Depression auslösen können. So hat man mittlerweile erkannt, dass Personen, welche unter deiner depressiven Erkrankung leiden, ein Ungleichgewicht in ihrem Neurotransmittern-Haushalt haben. Bei Neurotransmittern handelt es sich um Botenstoffe, welche mit dafür verantwortlich sind, Nervenimpulse weiterzuleiten. Menschen, welche von einer Depression betroffen sind, haben zu wenig Serotonin und Noradrenalin. Daher werden diese Personen unter anderem mit Medikamenten behandelt, welche das Aufkommen von Serotonin und Noradrenalin im menschlichen Hirn wieder steigern.
Ein weiterer biologischer Faktor kann durch einen veränderten Hormonhaushalt gegeben sein. Dieser kann ebenso das Entstehen einer depressiven Erkrankung fördern. Beispielsweise wird immer wieder erkannt, dass Frauen während ihrer Wechseljahre oder auch in der Zeit, nachdem sie ein Baby auf die Welt gebracht haben, öfters von einer depressiven Erkrankung betroffen sind.

 

 

 
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