Menschen mit depressiven Eltern

Wenn erwachsene Menschen feststellen, dass ihre Eltern von einer depressiven Erkrankung betroffen sind und eine Therapie benötigen, haben viele Schwierigkeiten mit dieser Situation. Die Lage wird noch brenzliger, wenn die Eltern noch nicht in einer Behandlung stehen und zunächst von ihren Kindern davon überzeugt werden müssen, dass eine Therapie notwendig ist. Doch auch die Eltern selbst haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Im Folgenden sind einige der Schwierigkeiten, sowohl der Kinder, als auch der Eltern, aufgelistet. Dadurch kann das gegenseitige Verständnis gefördert werden.

 

Die Probleme der Eltern

  • Wenn sich ältere Personen traurig, niedergeschlagen, müde und ohne Hoffnung fühlen, kommt es oft vor, dass sie sich gar nicht wirklich über diesen Zustand wundern, sondern meinen, es sei einfach normal in ihrem Alter. Häufig haben sie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Es kann auch sein, dass der Ehepartner nicht mehr am Leben ist und sich die betroffene Person dementsprechend alleine fühlt. So kommt es immer wieder vor, dass sich die älteren Menschen fragen, weshalb ihr Leben denn noch Spaß machen sollte. Die negativen Gefühle, von denen sie beherrscht werden, nehmen sie einfach als gegeben hin und wissen dabei gar nicht, dass es den meisten älteren Personen eigentlich gar nicht so schlecht geht, sondern diese ihr Leben genießen.

 

  • Die älteren Menschen spüren selbst, dass ihre Konzentration immer weiter nachlässt und sie zunehmend Dinge vergessen. Allerdings machen sie keine Krankheit dafür verantwortlich, sondern denken, es würde allein an ihrem fortgeschrittenen Alter liegen.
  • Zwar scheuen sich generell Menschen mit psychischen Schwierigkeiten oft davor, einen Arzt aufzusuchen, jedoch sträuben sich insbesondere ältere Personen vor diesem Arztbesuch. Ein Grund hierfür liegt darin, dass sie sich große Sorgen machen, sie könnten als ‚verrückt‘ abgestuft werden.

 

  • Menschen in einem höheren Alter, insbesondere Eltern, haben Schwierigkeiten damit, offen über ihre Gefühle zu reden. Sie fürchten sich davor, dass andere bemerken, dass sie (wie jeder andere Mensch auf dieser Welt) Schwächen haben. Bei körperlichen Schwierigkeiten nehmen sie den Arztbesuch mit vielen Tests und Untersuchungen auf sich und reden offen über die Beschwerden – bei Gefühlen, insbesondere bei depressiven Gefühlen, herrscht aber üblicherweise ein großes Schweigen.
  • Eltern haben üblicherweise das Gefühl, Verantwortung für die Kinder zu tragen. Daher wollen sie vor den Kindern auch immer stark sein und ja keine Schwäche zeigen. Wenn sie selber hilfsbedürftig werden, wird dies verschwiegen. Die Anzeichen einer Depression werden von den Eltern gegenüber ihren Kindern daher immer wieder heruntergespielt.

 

Die Probleme der Kinder

  • Erwachsene Menschen, welche bemerken, dass ihre Eltern depressive Stimmungen haben, tendieren immer wieder dazu, lediglich das Alter als Ursache der Erkrankung zu bestimmen.

 

  • Häufig ist es so, dass sich selbst erwachsene Menschen gegenüber ihren Eltern schwer tun, ihre Kinderrolle zu verlassen. Sie sind es gewohnt, dass die Eltern immer stark waren, sie unterstützt und getröstet haben und stets für die da waren. Dieser Rollentausch scheint für viele äußerst schwierig zu sein und sie haben große Probleme damit, nun selbst in die Rolle der helfenden Hand zu schlüpfen.
  • Es ist häufig so, dass Kinder das Gefühl haben, dass es an ihnen liegt, wie die Laune der Eltern gerade ist. Sie machen sich dafür voll und ganz verantwortlich. Bekommen die Eltern nun eine depressive Erkrankung, so kann es passieren, dass bei den Kindern dadurch Schuldgefühle entstehen.

 

  • Wer befürchtet, dass seine Eltern unter Depressionen leiden, muss sich eine Sache immer wieder bewusst machen: Diese Krankheit ist heilbar! Daher ist es wichtig, dass man – bestenfalls gemeinsam mit dem betroffenen Elternteil – einen Arzt aufsucht. Diesem kann man die Befürchtungen dann offen mitteilen und ihm die Symptome erläutern, welche bei den Eltern auftreten. In dem Fall, dass die Eltern selbst sich davor drücken, weil sie sich schämen oder Angst haben, sollten die Kinder sich um die Organisation eines Besuches beim Psychiater kümmern. Am besten ist es hier natürlich, wenn man zu einem Psychiater geht, welcher bereits öfters mit älteren Personen zu tun hatte.

 

 

 

 

 
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