Die Behandlung älterer Personen mit depressiven Erkrankungen

Generell werden depressive Erkrankungen bei jüngeren und älteren Personen nicht unterschiedlich behandelt. Wenn eine Therapie durchgeführt wird, die effektiv sein soll, umfasst diese also die beiden Komponenten:

  • Psychotherapie
  • Verwendung von Antidepressiva

Der zuständige Therapeut arbeitet schließlich einen Plan für die gesamte Behandlung des Patienten aus. In diesem Gesamtbehandlungsplan werden folgende Dinge beachtet:

  • Körperlicher Zustand
  • Geistiger Zustand
  • Seelischer Zustand
  • Familiäre Gegebenheiten
  • Soziale Situation
  • Persönlicher Lebenslauf

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es außerdem durchaus Sinn macht, die Kinder sowie ihre Familien aktiv in die Behandlung mit einzubinden.

 

Psychotherapie

Bei der Durchführung einer Psychotherapie ist es wichtig, dass die Lebenssituation der älteren Person entsprechend Berücksichtigung findet. Es handelt sich hierbei um einen Teil der gesamten Behandlung, auf den nicht verzichtet werden kann. Vor allem bei Personen, welche schon älter sind und somit viele Dinge in ihrem Leben erlebt haben, kann die Aufarbeitung vergangener Konflikte, die nie gelöst wurden, dringend nötig sein. Häufig ist es wichtig, dass ältere Menschen herausfordernde Lebensabschnitte erneut anschauen.

Bei der Psychotherapie sollen eben solche Dinge entsprechend berücksichtigt werden. Um einen Behandlungserfolg zu erzielen ist es wichtig, dass der Therapeut vollständig dazu in der Lage ist, die spezielle Lebenssituation einer Person höheren Alters zu berücksichtigen und in die Therapie mit einzubinden. Viele ältere Patienten haben das Gefühl, dass sie von einem Therapeuten, der selbst eher älter ist, ein besseres Verständnis erhalten und sind daher hier in der Lage, sich mehr zu öffnen. Wie immer gilt selbstverständlich: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher psychotherapeutischer Behandlungsverfahren. Ein Teil dieser Verfahren werden eindeutig von wissenschaftlicher Seite bestätigt; allerdings nicht alle. Laut wissenschaftlichen Forschungen ist es so, dass kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsverfahren, sowie Verfahren mit tiefenpsychologischer Orientierung ungefähr die gleiche Erfolgsquote aufzeigen.

Wichtig ist auf alle Fälle, dass die betroffene Person durch einen regelmäßigen Austausch mit dem Arzt Unterstützung erhalten muss und parallel Medikamente verschrieben bekommt, welche die Behandlung abrunden.

Wenn man sich auf den aktuellen Stand des Wissens stützt, so ist es stets angebracht, den Patienten zur gleichen Zeit mit Medikamenten und einer Psychotherapie zu behandeln. Dies ist auch laut aktuellen Forschungen die erfolgreichste Therapieform. Deshalb sollte man vorsichtig mit Therapeuten sein, welche die Behandlung lediglich mit Medikamenten durchführen möchten oder andersrum mit Therapeuten, welche Medikamente in ihrem Behandlungsplan konsequent ausschließen.

 

Medikamente

Generell ist es so, dass ältere Personen genau dieselben Medikamente verwenden können, wie sie auch jüngere Personen verschrieben bekommen. Wichtig bei der Verordnung eines Medikamentes ist es eben, dass dabei die besonderen Bedingungen des höheren Alters entsprechend berücksichtigt werden.

Auf folgende Tatsachen muss Rücksicht genommen werden:

  • Wenn ein Mensch bereits in einem höheren Alter ist, werden die Medikamente vom Körper langsamer aufgenommen und verarbeitet.
  • Oft ist es so, dass ältere Personen bereits andere Krankheiten haben und deshalb auch schon weitere Medikamente einnehmen. Deshalb muss darauf geachtet werden, ob es zu Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten kommen kann.
  • Häufig ist es so, dass Medikamente gewisse Nebenwirkungen mit sich bringen. Ältere Personen bekommen diese unfreiwilligen Nebenwirkungen oft heftiger zu spüren, als jüngere Leute.
  • Wenn die Vermutung vorliegt, dass sich bei dem Patient gerade eine alzheimersche Erkrankung entwickelt, so wird empfohlen auf tryzyklische antidepressive Medikamente zu verzichten, weil diese Antidepressiva das Erinnerungs- und Denkvermögen noch weiter beeinträchtigen können. Besser sind hier andere Medikamente wie beispielsweise Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

 

Kein Erfolg trotz Psychotherapie und Medikamenten

Für den Fall, dass trotz einer Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten kein Behandlungserfolg eintritt, stellt die Elektrokrampftherapie eine mögliche alternative Möglichkeit zur Behandlung dar. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass besonders Personen in einem höheren Alter, die erfolglos bereits andere Vorgehensweisen probiert haben, hier erfolgreich therapiert werden können. Jedoch ist die Elektrokrampftherapie bei den Deutschen ziemlich umstritten.

 

 

 

 

 
Startseite
Erste Anzeichen
Übersicht über eine Depression
Was eine Depression NICHT ist

Ursachen für Depressionen

Ungünstige Faktoren
Symptome
Depressionen bei Kindern
Depressionen bei Jugendlichen
Frauen und Depressionen
Männer und Depressionen

Depressionen im Alter
      Behandlungs-
        möglichkeiten

      Kinder mit         depressiven Eltern
      Depressive         Pseudodemenz

Verlauf und Prognose
Welcher Arzt ist der Richtige?
Arten von Depressionen
      Major Depression
      Bipolare Störungen
      Dysthymia
      Erschöpfungs-
        Depression

      Neurotische         Depression
      Reaktive Depression
      Symptomatische         Depression
      Zyklothyme Störung
      PMS und PDS
      Wochenbett-
        depression

      Winterdepressionen
      Klimakterische         Depressionen
Medikamente
       TZA
       SSRI
       SNRI
       MAO-Hemmer
       FAQ

Therapiemöglichkeiten
Den richtigen    Therapeuten finden

Das Gespräch
Elektrokrampftherapie
Magnetstimulation
Psychotherapie
Familientherapie
Interpersonelle    Psychotherapie
Kognitive    Umstrukturierung
Verhaltens-
    therapeutische     Verfahren

 

Geschafft - Endlich wieder gesund!
Aus der Depression lernen

Stress und Depressionen

Trauer und Depressionen
Rückfall vermeiden
Die richtige Ernährung
Rauchen und Depressionen
Hilfe bei Angsterkrankungen
Tipps für Betroffene
       Gesünder denken
       Selbstwertgefühl           steigern
Tipps für Angehörige
Suizid - Selbstmord
Drogenprobleme
Gegen die Sinnlosigkeit
Zurück in den Job
Depressionen und Borderline
Selbsthilfegruppen
 
Karl's Tagebuch
News-Blog
 
Impressum