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Samstag, 3.1.2009, 16:58:11 Uhr
| | Therapie auch bei leichter Depression |
Umstrittene Meta-Analyse zu Antidepressiva für die Praxis wenig bedeutsam / Ansprechraten sind aussagekräftiger
Depressionen gehören mit einer durchschnittlichen Prävalenz von zehn Prozent weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Schätzungen zufolge werden sie bis 2020 in der Liste häufiger Erkrankungen an zweiter Stelle stehen. Die gesellschaftliche Relevanz liegt vor allem in der großen Gefahr von Suiziden: Bis zu 15 Prozent der depressiven Patienten nehmen sich das Leben.
In Deutschland beträgt die 12-Monatsprävalenz von Depressionen 15 Prozent bei Frauen und 8 Prozent bei Männern, mit einem Häufigkeitsgipfel in der 4. bis 5. Lebensdekade. Die Krankheit verläuft mehrheitlich unipolar. Außerdem rezidiviert sie leicht: Nach einer zweiten depressiven Episode liegt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere bei 70 Prozent, nach einer dritten bei 90 Prozent. Die Empfehlung lautet daher, bereits nach der zweiten oder spätestens nach der dritten Episode dauerhaft zu therapieren.
Nicht nur die psychische Komorbidität - etwa mit Angststörungen, Alkohol- oder Substanzmissbrauch - ist hoch, sondern depressive Störungen gehen auch gehäuft mit internistischen Krankheiten wie KHK oder Diabetes einher und vice versa. So hat etwa ein Fünftel der Herzinfarkt-Patienten zum Zeitpunkt des Ereignisses eine Depression, und umgekehrt erkranken ebenso viele Infarkt-Patienten nach dem Ereignis an Depressionen. Daher lohnt es sich, bei solchen Patienten nach einer Depression zu fahnden und sie zu behandeln, zumal eine Studie bestätigt: Bei depressiven Infarkt-Patienten war die Sterberate innerhalb von fünf Jahren nach dem Ereignis um 70 bis 80 Prozent höher als bei nicht-depressiven Infarkt-Patienten.
Die Therapie mit Antidepressiva allerdings ist kürzlich in die Kritik geraten, denn in einer Meta-Analyse waren sie bei leichten und mittleren Depressionen kaum effektiver als Placebo, nur bei schweren Formen wirkten sie deutlich besser. Nach Angaben von Professor Hans-Jürgen Möller aus München vermittelt diese Analyse jedoch ein falsches Bild. Aussagekräftiger für den Einzelfall seien die Ansprechraten: Sie ergäben Differenzen von etwa 20 Prozentpunkten zwischen Verum und Placebo.
Das entspreche einer Number-Needed-to-Treat von 5 und damit einer mittleren bis starken Wirksamkeit. Nivellierend wirke in Depressionsstudien der hohe Placebo-Effekt, der dadurch entsteht, dass die Teilnehmer intensiv betreut werden. Möllers Fazit: "Ich würde auch Patienten mit leichter Depression raten, ein Antidepressivum zu nehmen, denn es kann sich sonst eine schwere entwickeln."
Thema: Depressionen News
Dieser Beitrag wurde 803 mal gelesen.
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Von: Krank
Kommentar: Das macht sehr krank
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Von: Julia Cz.
Kommentar: Lieber Karl...
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Von: Tom L.
Kommentar: Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
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Von: Karl
Kommentar: Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.
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Von: ElliVanelli
Kommentar: Hallo Karl
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