Artikel im Internet unter http://www.info-depressionen.de/blog/psychopharmaka-.shtml.
Montag, 6.10.2008, 19:25:35 Uhr
Karl war beim Arzt, wieder einmal. Er ist immer noch krankgeschrieben. Wie lange schon? Seit Mitte September. Auweia...
Er hat mit ihm über das Johanniskraut gesprochen. Der Arzt sagt zwar, daß Johanniskraut prinzipiell bei leichten Depressionen helfen kann, wenn man es hoch genug dosiert (900 mg pro Tag wären wohl ok), bei Karl wäre Johanniskraut aber nicht angebracht. Er wäre schon zu schwer depressiv, da sollte man doch eher auf "richtige" Mittel zurückgreifen.
Gesagt, getan: Er gab ihm gleich eine Packung in die Hand (aus der Schublade). Er solle die nächsten 2 Wochen morgens und abends je eine halbe nehmen, dann 3 halbe pro Tag.
Da man ja nun eigentlich gewohnt ist, seinem Arzt zu vertrauen, sollte man meinen, daß nun alles gut wird. Aber wenn ein Arzt so nebenbei, quasi aus dem Ärmel, eine Packung Psychopharmaka schüttelt und sie einem quasi hinwirft, dann kommt man doch schon ins grübeln. Besonders, wenn man eh' schon depressiv ist und aus dem Grübeln nicht mehr herauskommt. So wie Karl. Karl sagte mir nämlich, er würde seinen Kopf nicht mehr zur Ruhe bringen. Ständig würde er etwas denken, sogar nachts im Bett. Er würde auch nachts aufwachen und denken.
Hm, ich kann mir das so nicht vorstellen. Man denkt doch nicht immer 'was. Man spannt doch auch mal aus, geniesst Musik, den Ausblick oder sonstwas. Und schon garnicht wacht man nachts auf, um über etwas nachzudenken...
Also Karl meinte, er würde die Tabletten dann halt mal nehmen, wenn sie nichts bringen würden, könnte er sie ja wieder weglassen. Na ich bin mal gespannt...
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