Artikel im Internet unter http://www.info-depressionen.de/blog/immer-noch-da.shtml.
Mittwoch, 17.9.2008, 17:35:25 Uhr
Als ich gestern von der Arbeit nach Hause kam, war Karl immer noch da. Das hat mich denn doch umgehauen. Ich dachte, er würde, wenn er schon nicht arbeiten ginge, zumindest wieder zu sich nach Hause gehen. Ich hab ihn gefragt, ob er wenigstens beim Arzt war, was er auch bejahte. In meine Wohnung kam er übrigens wieder, indem er sich den Zweitschlüssel vom Schlüsselbund nahm. Na toll...
Ich überlegte, ob ich ihn noch eine weitere Nacht bei mir lassen sollte, fand es dann aber doch besser, ihn wieder zu sich zu bringen.
Seine Frau war auch zu Hause, sie war jedoch ziemlich wortkarg. So kenne ich sie sonst gar nicht... Sie fragte nur, ob Karl heute Nacht bei mir war, was ich bejahte, und sie regte sich noch auf, daß er wenigstens hätte anrufen können, damit sie weis, was los ist. Schließlich müsste sie sich ja auch darauf einrichten, wenn er krankspiele. Krank spielen... Na super! Deeskalation ist anders, aber sie war ja zum Glück gerade auf dem Sprung, wie sie meinte. Sie hätte eine Verabredung...
Der arme Karl wurde daraufhin noch blasser um seine Nase, als er eh' schon war.
Auch er war wieder vollkommen neben sich, sagte fast kein Wort und verkroch sich gleich in's Schlafzimmer. Ich fragte noch, ob ich 'was für ihn tun könnte, was er aber verneinte, dann bin ich auch abgehauen. Muß ja morgen früh auch wieder raus...
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