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Freitag, 30.1.2009, 10:20:45 Uhr
Viele Menschen haben Angst - vor Arbeitslosigkeit, der Finanzkrise oder einer Rezession. Das sind normale und verständliche Ängste. Manchmal geht die Angst aber so weit, dass sie den Alltag und die Gedanken der Betroffenen beherrscht. In diesem Fall steckt eine ernst zu nehmende Angsterkrankung dahinter - und professionelle Hilfe wird nötig.
Versagensangst trete bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen auf, erklärt Andreas Ströhle, leitender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité in Berlin. Depressionen etwa oder bestehende Angsterkrankungen wie die soziale Phobie und die generalisierte Angststörung.
Bei Depressionen äußert sich die Angst allgemein in einer negativen Sicht der Dinge. Erkrankte sind davon überzeugt, dass sie ohnehin nichts können. Menschen mit sozialer Phobie fürchten sich vor Bewertungen durch andere. Die Betroffenen haben Angst, in den Augen anderer zu versagen. Dabei kann es ganz eingegrenzt um die Angst vor Prüfungen gehen. Oder aber der Betroffene fürchtet alle Situationen, in denen er mit anderen Menschen in Kontakt tritt. Der Erkrankte zieht sich zurück, verspürt Unruhe, schläft schlecht oder ist verspannt.
Für Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, sei der Leidensdruck besonders groß, erklärt Borwin Bandelow von der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Alles ist peinlich - auch der nötige Arztbesuch. Viele würden von der Umwelt nicht als Kranke wahrgenommen und merkten selbst nicht, dass sie krank sind.
Bei einer generalisierten Angststörung haben Betroffene übertriebene Ängste vor vielen alltäglichen Dingen. Diese Störung trete vor allem in Lebenssituationen auf, in denen die Person plötzlich viel Verantwortung übernehmen muss - etwa beim ersten Job oder der Geburt eines Kindes. Doch egal, welche Erkrankung zugrunde liegt - Erkrankte überschätzten Ängste massiv.
Eine gewisse Anspannung, etwa vor Prüfungen, sei sicherlich normal und habe auch positive Effekte, sagt Ströhle. Dabei könne man sich den Zusammenhang zwischen Angst und kognitiver Leistungsfähigkeit als umgekehrte U-Kurve vorstellen: Bis zum Wendepunkt steigt die Leistungsfähigkeit - danach fällt sie aber rapide ab. Ängste können nützlich sein, um bestimmte Ziele zu erreichen. Wird die Angst aber so stark, dass sie den Alltag des Betroffenen behindert, ist ärztliche Hilfe sinnvoll.
Professionelle Hilfe brauchen die Erkrankten, wenn sie nicht mehr das tun, was sie eigentlich gerne möchten. In Kliniken und bei niedergelassenen Psychologen und Psychotherapeuten werden Angsterkrankungen entweder medikamentös oder durch eine Psychotherapie, meist eine kognitive Verhaltenstherapie, behandelt.
Wie lange eine Psychotherapie dauert, ist unterschiedlich. Manche Patienten müssen nur über eine schwierige Lebensphase hinweg begleitet werden. Andere arbeiten ein Jahr oder länger mit ihrem Therapeuten zusammen. Manchen Patienten helfen zusätzlich auch Sport oder bestimmte Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation oder Yoga, sagt Ströhle. Bei der medikamentösen Behandlung gehe es nicht um den Einsatz von verrufenen Beruhigungsmitteln, sondern von nützlichen Antidepressiva, sagt Ströhle.
Medikamente seien eine gleichwertige Alternative, ergänzt Bandelow. Durch sie ergebe sich im Vergleich zur Psychotherapie kein Nachteil für den Patienten. Ist die Angst noch nicht so stark entwickelt, hilft es auch, Freunde zu fragen, wie diese mit ihren Ängsten umgehen.
Thema: Depressionen News
Dieser Beitrag wurde 227 mal gelesen.
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Von: Krank
Kommentar: Das macht sehr krank
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Von: Julia Cz.
Kommentar: Lieber Karl...
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Von: Tom L.
Kommentar: Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
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Von: Karl
Kommentar: Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.
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Von: ElliVanelli
Kommentar: Hallo Karl
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