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Pferde holen Patienten aus tiefen Depressionen
[1 mal gelesen]


Sonntag, 26.10.2008, 19:29:54 Uhr

Karl erzählt


Also ich war ja gestern bei Karl, hier der zweite Teil von dem, was er mir so erzählt hat:
Seine Frau ist ja inzwischen zu ihren Eltern gezogen, bis sie eine eigene Wohnung hat. Was auf den ersten Blick vielleicht herzlos erscheint (wie kann die den Karl in seiner schwersten Zeit so einfach verlassen) hat natürlich seine Gründe und natürlich seine eigene Vorgeschichte.

Karl erzählt mir nämlich, daß es ihm bereits seit fast einem Jahr sehr schlecht geht. Angefangen hat es damals, als seine Mutter gestorben war, zu der er einen sehr engen Kontakt hatte. Sein Vater war übrigens schon vor 5 Jahren verstorben, nach einer längeren Krebserkrankung.

Wie er mir erzählte, und wie ich mich erinnere, daß er auch schon früher manchmal davon sprach, waren die letzten 2 Jahre seiner Mutter wohl ebenfalls nicht einfach. Aus Gram wegen dem Tod ihres Mannes wurde seine Mutter immer ruhiger und verlor zusehends die Freude am Leben. Es ist ja oftmals so, daß Frauen in kurzen Zeitabständen nach ihren Männern versterben. Jedenfalls war seine Mutter das letzte halbe Jahr vor ihrem Tod bettlägerig und offenbar auch sehr depressiv, so daß er und besonders auch seine Frau die alte Dame pflegen mußten. Pflegegeld gab es noch nicht, das war alles erst beantragt, so daß für eine Pflegerin keine Mittel da waren. Dies alles hat Karl und natürlich auch seine Frau wohl sehr belastet.

Übrigens, so nebenbei: Ich habe inzwischen schon öfters gelesen, daß Kinder, die ihre Eltern üner einen längeren Zeitraum pflegen, in große psychische geraten können. Woran das liegt, weis man natürlich nicht genau, dass es aber so ist, scheinen Studien zu belegen. Hut ab also vor jedem, der seine Eltern selber pflegt. Aber das, wie gesagt, nur am Rande...

Obwohl man den Tod der alten Dame vielleicht als Erlösung für beide Seiten sehen könnte, hat es Karl natürlich trotzdem erst einmal umgeworfen, wie er mir sagte. Die Wohnung ausräumen, die Beerdigung organisieren und all das, was dazu gehört, waren für ihn wohl sehr schlimm.

Und als alles vorbei war, fiel er quasi in ein schwarzes Loch. Die plötzliche Ruhe, das plötzliche Nichtstun, das Fehlen bisherigen vorgegebener Tagesabläufe stellten für Karl plötzlich ein Problem dar, mit dem er nicht umzugehen vermochte.

Und während er mit seinem "neuen" Leben nicht zurechtkam, kehrte seine Frau zu ihrem alten Leben zurück. Im Gegenteil, sie freute sich sogar, daß diese harte Zeit vorbei war. Sie kümmerte sich also wieder um ihren Job, ihren Sohn, ihren Haushalt, ihre Freunde... nur Karl blieb leider immer weiter auf dem gemeinsamen Weg zurück.



Aber ich seh schon, ich verschreib mich hier wieder... mehr gibt's morgen!








Kommentare zum Beitrag "Karl erzählt"

Kommentar von Heike
Der arme Karl, ich drück ihm mal die Daumen, daß es bei ihm bald wieder bergauf geht!



Thema: Karls Tagebuch

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Von: Krank
Kommentar:
Das macht sehr krank
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Von: Julia Cz.
Kommentar:
Lieber Karl...

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Von: Tom L.
Kommentar:
Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
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Von: Karl
Kommentar:
Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.

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Von: ElliVanelli
Kommentar:
Hallo Karl

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