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Dienstag, 27.1.2009, 20:06:18 Uhr
| | Erfolgreiche Prävention der postnatalen Depression |
Frauen mit postnataler Depressionen profitieren von dem Besuch ausgebildeter Gesundheitsberater („Health Visitors“), die in einer randomisierten Studie im britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 338; a3045) erfolgreich eine Psychotherapie durchführten. Nach einer anderen Studie (BMJ 2009; 338; a3064) kann der häufigen Gemütsstörung durch Telefonate mit anderen Frauen vorgebeugt werden, die diese Lebenskrise aus eigener Erfahrung kennen.
Etwa 13 Prozent aller Frauen durchleben nach der Geburt des Kindes eine emotionale Krise. Nur wenige suchen deshalb Hilfe auf, sodass die postnatale Depression zu den häufigsten unterdiagnostizierten und untertherapierten Erkrankungen zählt.
Jane Morrell von der Universität in Huddersfield/England und Mitarbeiter haben in einer Studie untersucht, ob den Frauen durch den Besuch von speziell geschulten „Health Visitors“ geholfen werden kann.
Health Visitors sind eine Besonderheit des britischen Gesundheitswesens. Es handelt sich um ausgebildete Krankenschwestern oder Hebammen, die in den ersten Lebensjahren die Familien aufsuchen und die jungen Mütter beraten.
Für die Studie erhielten die Health Visitors eine spezielle Schulung, in der sie lernten, postnatale Depressionen zu erkennen und zu behandeln. Die Diagnose erfolgte mithilfe der Edinburgh postnatal depression scale (EPDS, in Deutschland auch als Befindlichkeitsfragebogen bekannt).
Die Diagnose „postnatale Depression“ wurde bei 12 oder mehr Punkten auf der EPDS gestellt. Für die therapeutische Intervention erlernte ein Teil der Health Visitors die Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie, andere wurden in einer Psychotherapie mit personzentriertem Ansatz (eine Variante der Gesprächspsychotherapie) geschult.
Beide Therapien erwiesen sich als gleich wirksam. Von den Frauen, bei denen sechs Wochen nach der Geburt des Kindes eine postnatale Depression festgestellt wurde, litten nach 12 Monaten nur noch 34 Prozent darunter, wenn sie eine der beiden Therapien erhalten hatten. In der Kontrollgruppe waren es 46 Prozent. Dieser Unterschied bestanden auch nach 12 Monaten.
Morrell gibt eine adjustierte Odds Ratio von 0,60 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,38-0,95) an, die eine signifikante Wirkung belegt. Ob den Frauen durch eine professionelle Psychotherapie noch mehr geholfen werden könnte, bleibt mangels einer entsprechenden Vergleichsgruppe offen.
Besser als eine Therapie wäre eine Prävention der postnatalen Depression. Dies war Gegenstand einer zweiten Studie kanadischer Wissenschaftler. Im Staat Ontario werden Wöchnerinnen zwei bis vier Tage nach der Entlassung aus der Klinik von einer Gemeindeschwester angerufen und nach ihrer Befindlichkeit befragt. Auch in Kanada kommt dabei der EPDS zur Anwendung.
Frauen mit mehr als 9 Punkten wurden als gefährdet eingestuft. Diesen Frauen steht dann, falls sie es wünschen, eine psychologische Beratung offen. In der Studie von Cindy-Lee Dennis, Universität Toronto, und Mitarbeitern wurde einigen Frauen ein zusätzlicher Service angeboten. Sie konnten telefonisch Kontakt mit Frauen aufnehmen, die sich nach einer Schwangerschaft in einer ähnlichen Situation befanden.
Diese „Peer volunteers“ hatten die Forscher über Anzeigen und Flugblätter rekrutiert und in einer vierstündigen Fortbildung auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Anders als bei den britischen Health Visitors handelte es sich um medizinische Laien, die nicht im Gesundheitsweisen tätig sind.
Dennoch war auch dieser Ansatz erfolgreich. Nach 12 Wochen waren nur 14 Prozent der beratenen Frauen gegenüber 25 Prozent in der Kontrollgruppe an einer postnatalen Depression erkrankt (EPDS über 12).
Die Autoren errechnen eine relative Risikominderung von 0,46 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,24-0,62) und eine Number need to treat von nur 8,8 (5,9-19,6), die diesen Ansatz kostengünstiger erscheinen lassen als die britischen Health Visitors, auch wenn diese Frage in den beiden Publikationen nicht untersucht wurde.
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=35083
Thema: Depressionen News
Dieser Beitrag wurde 810 mal gelesen.
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Von: Krank
Kommentar: Das macht sehr krank
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Von: Julia Cz.
Kommentar: Lieber Karl...
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Von: Tom L.
Kommentar: Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
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Von: Karl
Kommentar: Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.
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Von: ElliVanelli
Kommentar: Hallo Karl
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