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Pferde holen Patienten aus tiefen Depressionen
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Dienstag, 27.1.2009, 20:42:32 Uhr

Er begründete das moderne Amerika


Es ist der Tag, an dem der neue US-Präsident vereidigt wird – und es steht schlecht um das Land. Sehr schlecht. Die Hoffnungen vieler Amerikaner richten sich auf den Mann, der vor dem Kapitol in Washington seine Hand auf eine Bibel legt und schwört, das Land nach besten Kräften zu führen: Abraham Lincoln.

" Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich ", hat der amerikanische Schriftsteller Mark Twain geschrieben. Und so mag es genügend Unterschiede geben, zwischen dem Inaugurationstag Lincolns am 4. März 1861 und dem vergangenen Dienstag, als Barack Obama das US-Präsidentenamt antrat. Ein denkwürdiger Zufall ist es dennoch: In dem Jahr, in dem die Vereinigten Staaten erstmals einen farbigen Präsidenten haben, feiert das Land außerdem den 200. Geburtstag Lincolns, dessen Name auf immer mit dem Ende der Sklaverei in Nordamerika verbunden ist.

Flussfahrt mit Folgen
Er ist der Präsident, der die Grundlagen des modernen Amerikas schuf. Seine Amtszeit – von seiner Vereidigung am 14. März 1861 bis zu seiner Ermordung durch einen fanatischen Südstaaten-Anhänger in einem Theater am 14. April 1865 – deckt sich ziemlich genau mit der Dauer des amerikanischen Bürgerkriegs. Die Auseinandersetzung beseitigte den " Geburtsfehler " der amerikanischen Gesellschaft, die Sklaverei, und legte zugleich die Grundlagen für den Aufstieg der USA zur Weltmacht.

Im Jahr 1619 waren die ersten Sklaven in Jamestown, Virginia, nach Nordamerika gebracht worden. Kritik regte sich schon bald. Auch für die Verfassungsväter war die Sklaverei ein Thema. Sie verschoben jedoch eine Entscheidung. Auch George Washington, später der erste US-Präsident, fürchtete, ein innerer Zwist über das Thema könnte Amerika schwächen – und Großbritannien Gelegenheit geben, die Ergebnisse der Revolution von 1776 zu revidieren.

Den ersten Sklaven hat Lincoln wohl mit 19 Jahren gesehen. Geboren am 12. Februar 1809, wuchs er auf der kleinen Farm seines Vaters in der Einöde des westlichen Kentucky auf. Die Eltern waren bitterarm, mit 19 heuerte Lincoln auf einem Lastkahn an und trat eine 2000 Kilometer lange Reise auf dem Mississipi nach New Orleans an. Der Anblick von Sklaven während der Reise habe den jungen Mann tief geprägt, schreibt Ronald Gerste in seiner kürzlich erschienenen, lesenswerten Biografe über den Präsidenten ( Friedrich Pustet Verlag ).

Aber die Sklaverei sollte ihn erst später stärker beschäftigen. Vorerst bildete sich der ehrgeizige und talentierte Lincoln im Selbststudium zum Anwalt aus. Er zog nach Illinois, wo ihm schon bald der gesellschaftliche Aufstieg gelang. Auch in der Politik mischte er mit – als Mitglied der Whig-Partei, die später in einer anderen Partei aufging, die sich vehement gegen die Sklaverei wandte: die Republikaner.

Wie viele Politiker seiner Zeit interessierte den frühen Lincoln zunächst vor allem der Eisenbahnbau. Derweil wurde der Widerstand gegen die Sklaverei in den USA immer größer. Als Lincoln Präsident wurde, hatte die Frage das Land schließlich gespalten: 7 der 34 Bundesstaaten waren aus der Union ausgetreten.

Die Südstaaten waren nicht bereit, die Sklaverei aufzugeben. Über die Jahrhunderte war dort ein Wirtschaftssystem entstanden, dass fast ausschließlich auf Baumwolle basierte – und der Arbeit der Sklaven auf den Plantagen. Im Norden gab es zwar keine Sklaven, doch die blühende Textilindustrie profitierte erheblich davon.

Es waren vor allem religiöse Gruppen im Norden, die das Bewusstsein für das Menschheitsverbrechen in Amerika hatten wachsen lassen. Lincoln bewegten tiefe humanitäre Gründe, auch wenn er sich verschiedentlich rassistisch geäußert hat. Das Ziel, die Sklaverei abzuschaffen, hat er als Präsident nicht aus den Augen verloren, auch wenn er nach seiner Vereidigung erklärte, sein wichtigstes Anliegen sei, die Einheit Amerikas wiederherzustellen.

Lincoln argumentierte, das Ausscheren der Bundesstaaten sei ein Verfassungsbruch, den er als Präsident nicht hinnehmen könne. Zudem ordnete er den Bürgerkrieg, der kurz nach seiner Vereidigung ausbrach ( 12. April ), in einen großen historischen Kontext ein: Er sah die USA als demokratisches Experiment in der Menschheitsgeschichte, das nicht scheitern dürfe, wenn sich diese Regierungsform als überlegen erweisen sollte.

Vorbild für Obama
Am Ende gelang Lincoln beides: Er einte die Union und beendete die Sklaverei. Davor lag ein mit rund 620 000 Toten ausgesprochen blutiger Bruderkrieg. Er belastete Lincoln stark – Zeitgenossen berichten, der Präsident habe zeitweise unter regelrechten Depressionen gelitten. Vielleicht gilt er den Amerikanern auch deshalb als einer ihrer größten Präsidenten: Anders als die oft zu Säulenheiligen erstarrten Verfassungsväter wirkt " Abe " oft menschlich, ja geradezu zerbrechlich.

Barack Obama hat sich nach seinem Wahlsieg am 4. November teilweise bewusst in die Tradition Lincolns gestellt. So ließ er zur Vereidigung die Bibel herbeischaffen, auf die Lincoln einst seine Hand legte. Damit will Obama vor allem signalisieren, dass er den Ernst der Lage erkannt hat. Als Lincoln Präsident wurde, standen die USA am Abgrund. So schlimm ist es derzeit nicht. Aber wenn Obama nur halb so viel Geschick und Glück hat wie Lincoln, könnte er ein großer Präsident werden.


Thema: Sonstiges

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Von: Krank
Kommentar:
Das macht sehr krank
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Von: Julia Cz.
Kommentar:
Lieber Karl...

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Von: Tom L.
Kommentar:
Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
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Von: Karl
Kommentar:
Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.

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Von: ElliVanelli
Kommentar:
Hallo Karl

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