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Dienstag, 15.4.2008, 19:35:02 Uhr

Chaotisch, sozial isoliert - daran leiden Erwachsene


ADHS ist bei Erwachsenen schwer zu diagnostizieren / Auf Medikamente sprechen 75 Prozent der Betroffenen an

Auch Erwachsene können ein ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) haben. Die Krankheit wächst sich bei einigen Betroffenen nicht aus. Auch lernen viele nicht, mit den Behinderungen zu leben. Arzneien und Psychotherapie können die Symptome vermindern.
Ein chaotischer Arbeitsstil bringt Erwachsenen mit ADHS immer wieder Probleme. Foto: dpa

Nach Schätzungen leiden bis zu zwei Prozent der Erwachsenen an ADHS. Kernsymptome wie motorische Überaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen und mangelnde Impulskontrolle wirken sich bei ihnen anders aus als bei Kindern. Betroffene rennen nicht herum und klettern auf Tische und Stühle.

Auf Nachfrage berichten sie aber von innerer Unruhe und Rastlosigkeit. Urlaub und Freizeit sind oft vollgepackt mit Aktivitäten. Die Patienten können sich nicht entspannen und lassen häufig sogar zum Schlafen den Fernseher eingeschaltet, um sich von dem nicht endenden Gedankenfluss abzulenken.

Symptome vermindern das Selbstwertgefühl

Typisch bei Erwachsenen sind Aufmerksamkeitsstörungen. Betroffene können sich nicht längere Zeit konzentrieren oder anderen zuhören, sie sind leicht ablenkbar, vergesslich und haben oft einen chaotischen Arbeitsstil. Es fällt ihnen schwer, selbst einfache Aufgaben zu erledigen. Die Patienten können dadurch ihr Leistungspotenzial nicht ausschöpfen, was ihr Selbstwertgefühl mindert. Weitere typische Symptome von Erwachsenen sind Impulsivität und extreme Ungeduld.

Es fällt ihnen zum Beispiel schwer, in Warteschlangen zu stehen, Verspätungen zu akzeptieren oder im Restaurant länger auf das Essen zu warten. Oft kommt es in solchen Situationen zu plötzlichen Wutausbrüchen oder anderem sozial unangemessenem Verhalten. Endlose Streitereien in der Familie oder am Arbeitsplatz beeinträchtigen zudem die soziale Situation.

All diese Symptome sind nicht spezifisch, und es ist daher sehr schwer, ein bisher unerkanntes ADHS bei Erwachsenen zu diagnostizieren. Die Diagnose gilt als wahrscheinlich, wenn die Symptome über einen langen Zeitraum nachweisbar sind und die Patienten schon als Kinder auffällig waren. Hierzu werden oft Eltern befragt und Informationen aus der früher besuchten Schule wie alte Zeugnisse eingeholt.

Therapie-Leitlinien "ADHS im Erwachsenenalter" hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde zusammengestellt. Darin wird eine Behandlung empfohlen, wenn in einem Lebensbereich ausgeprägte oder in mehreren Lebensbereichen leichte krankheitswertige Störungen bestehen, die sich eindeutig auf ADHS zurückführen lassen. Mit Medikamenten lassen sich vor allem die Impulsivität, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitstörung vermindern.
Oft hilft erst Pharmako- plus Psychotherapie

Mit einer spezifischen Psychotherapie wird an Alltagsfunktionen wie Arbeitsverhalten oder Organisation gearbeitet. Oft ist aber erst eine Kombination von Pharmako- und Psychotherapie ausreichend erfolgreich.

In Deutschland ist bislang kein Medikament zur Behandlung von Erwachsenen mit ADHS zugelassen. Daher müssen Patienten meist "Off-Label" behandelt werden. Medikament der ersten Wahl ist nach den Leitlinien Methylphenidat. Nach Studiendaten sprechen etwa 75 Prozent der Patienten darauf an. Es gibt schnell freisetzende und retardierte Präparate mit einer Wirkdauer von bis zu zwölf Stunden (Concerta®, Medikinet retard®, Equasym® retard).

Auch die Wirksamkeit des Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmers Atomoxetin (Strattera®) wurde bei Erwachsenen belegt. Eine bei Kindern und Jugendlichen begonnene Atomoxetin-Therapie kann im Erwachsenenalter fortgeführt werden - in diesen Fällen gilt die Zulassung als gegeben. Bei Komorbiditäten wie Angst oder Depressionen kann eine Therapie mit Antidepressiva auch die ADHS-Symptome lindern. (eis)



Quelle: http://www.aerztezeitung.de/


Thema: Depressionen News

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Von: Krank
Kommentar:
Das macht sehr krank
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Von: Julia Cz.
Kommentar:
Lieber Karl...

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Von: Tom L.
Kommentar:
Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
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Von: Karl
Kommentar:
Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.

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Von: ElliVanelli
Kommentar:
Hallo Karl

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