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Pferde holen Patienten aus tiefen Depressionen
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Samstag, 30.8.2008, 15:53:09 Uhr

30.8. - Karl läßt den Termin platzen


Wir waren doch für heute verabredet, weil ich mich nochmals intensiver mit Karl unterhalten wollte. Karl rief heut nachmittag kurz an und sagte, ihm sei heute nicht so gut, und wir würden uns dann später treffen. Wann sagte er nicht... Na super! Da hab ich mir extra für heute nichts vorgenommen, und nun versetzt er mich. Normalerweise fände ich das ja nicht so toll, aber weil's Karl ist seh' ich mal drüber weg...

Ich muß halt schauen, wann wir uns dann mal zusammensetzen.




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Mittwoch, 27.8.2008, 15:43:29 Uhr

Nächtlicher Anruf



Heute Nacht hat Karl bei mir angerufen, es war schon nach 1:00 Uhr, und erzählte mir am Telefon, dass er wieder Krach mit seiner Frau gehabt hat. Er war wieder total fertig und schien zu weinen am Telefon. Da es wie gesagt schon sehr spät war, habe ich mit ihm ausgemacht, dass wir uns heute nicht mehr sehen sondern uns am nächsten Wochenende noch mal zusammensetzen werden.

Ich hoffe, dass Karl so langsam wieder etwas Oberwasser bekommt, oder wie soll das sonst auf die Dauer weitergehen?



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Sonntag, 24.8.2008, 15:31:34 Uhr

24.8.


Karl war ja gestern bei mir, ich hab ja drüber geschrieben.

Mann, war der fertig. So aufgelöst wie gestern habe ich ihn noch nie gesehen. Er war irgendwie vollkommen durch den Wind, total durcheinander, ich weiß gar nicht, wie ich das sonst beschreiben soll. Auf jeden Fall glaube ich, dass der ganz schön am Ende ist.

Dabei fällt mir ein, dass ich uns vielleicht vorher erst einmal genauer vorstellen sollte.

Also Karl ist mein bester Kumpel. Wir kennen uns schon aus der Schulzeit, verloren uns zwischenzeitlich etwas aus den Augen und sind jetzt aber seit einigen Jahren wieder dicke Freunde. Das heißt, dicke Freunde ist in letzter Zeit so ein Ding: er zieht sich immer weiter zurück, manchmal sehe ich ihn wochenlang nicht mehr.

Ich bin übrigens nicht Karl, auch wenn es der Leser vielleicht vermuten mag. Ich bin, wie gesagt sein bester Kumpel, und nachdem ich mich mit Karl ausführlich unterhalten habe sind wir zu dem Entschluss gekommen, seine Geschichte hier niederzuschreiben. Ich fungierte dabei in erster Linie als sein Zuhörer und Beobachter und schreibe quasi sein Tagebuch. Dies ist deshalb nötig, da er offensichtlich gar nicht mehr hundertprozentig mitbekommt, was in seinem Leben überhaupt passiert. Ich als außenstehende Person habe da anscheinend den besseren Überblick. Und übrigens ist der Name Karl auch nicht der echte Name von Karl, sondern ein von mir ausgesuchter.
...


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Samstag, 23.8.2008, 15:00:24 Uhr

23.8.2008


Heute Nachmittag, ich kam gerade von der Arbeit, stellte mir erst einmal einen Kaffee auf den Tisch und freute mich auf den Feierabend, klingelte es an meiner Wohnungstür. Nach kurzem überlegen, ob ich toter Mann spielen soll, ging ich aber dennoch zu Tür und öffnete. Draußen stand Karl. Karl ist mein bester Freund, ich kenne ihn schon aus meiner Schulzeit. Wir haben damals die gleiche Klasse besucht. Nach der Schule gingen unsere Wege für einige Jahre auseinander, später trafen wir uns zufällig in einer Kneipe und sind seitdem wieder dicke Kumpels.

Karl stand also vor meiner Tür und fragte, ob er reinkommen dürfte. Irgendwie war er komisch drauf, aber wenn ich so drüber nachdenke, ist er schon seit einer ganzen Weile etwas schräg drauf. Ich ließ ihn also hat ein und bot ihm einen Platz und einen Kaffee an. Er schlich sich fast an mir vorbei, setzte sich wortlos hin und sagte eine ganze Weile gar nichts. Ich kenne das ja inzwischen und wunderte mich deswegen nicht darüber. Als er aber nach 10 min immer noch kein Wort gesagt hatte, fragte ich ihn dann doch, weshalb er eigentlich zu mir gekommen war. Leise, fast unhörbar fing er an zu erzählen. Er kriege sein Leben nicht mehr auf die Reihe. Er müsste gar nicht mehr, wie er weitermachen solle.

Wie schon erwähnt, war er bereits seit einiger Zeit etwas seltsam. Er hat sich immer weiter aus unserem Freundeskreis zurückgezogen, war immer ruhig, hat kaum mehr etwas erzählt, mir sagte er einmal, dass er schon ein paarmal krank gewesen sei, so dass er bereits Ärger auf der Arbeit bekommen hat. Und auch die Beziehung zu seiner Frau war wohl nicht mehr die beste, zumindest war sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr mit ihm zusammen auf Besuch bei mir oder zusammen ergeben in unserer Stammkneipe.

Und nun das. Er schien mir total aufgelöst, fast war mir so, als ob er gleich weinen würde. Mir war das fast ein bisschen peinlich. So als man kann man ja schlecht damit umgehen, wenn man andere Männer weinen sieht. Bei Frauen ist das ja anders. Frauen weinen hier öfters mal. Aber ein Mann?

Ich fragte ihn also, was los sei. Und jetzt fing er tatsächlich an zu weinen. Seine Frau sagte wohl zu ihm, dass sie sich von ihm trennen werde. Sie halte es mit ihm nicht mehr aus. Da ich sie schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen habe und eigentlich gar nicht mehr weiß, was bei den beiden überhaupt los ist, fragte ich also nach. Naja, sagte er, ich bin ihr wohl nicht mehr gut genug. Sie möchte gerne im Sommer in Urlaub fahren, er möchte jedoch lieber zuhause bleiben. Außerdem würde sie gerne öfters mit ihm tanzen gehen, was er aber überhaupt nicht mehr will. Er will lieber zuhause bleiben und seine Ruhe haben.
...


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Oktober 2007


Von: Krank
Kommentar:
Das macht sehr krank
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Von: Julia Cz.
Kommentar:
Lieber Karl...

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Von: Tom L.
Kommentar:
Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
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Von: Karl
Kommentar:
Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.

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Von: ElliVanelli
Kommentar:
Hallo Karl

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