Depressionen News
Karls Tagebuch
Sonstiges


Zu unserer Hauptseite


Hochbegabte sind oftmals schlau, selbstgenügsam und - isoliert
[3144 mal gelesen]
Erfolgreiche Prävention der postnatalen Depression
[2397 mal gelesen]
Promethazin - Die Bremse für das Kopfkarussell
[2305 mal gelesen]


Pferde holen Patienten aus tiefen Depressionen
[1 mal gelesen]


Donnerstag, 17.1.2008, 00:25:47 Uhr

Arbeitsplatzverlust ist ein großer Risikofaktor


Regionale Unterschiede | Existenzängste schlagen sich deutlich in den Patientenzahlen der Krankenkassen nieder
Viele Depressive scheuen sich, mit anderen darüber zu reden, weil sie die Erkrankung für einen Makel halten. Doch das ist der falsche Weg. Die Depression ist zu einer Volkskrankheit geworden, die jeden treffen kann. Wir sprachen mit Rudolf Degelmann, Direktor der AOK in Hof, über Häufigkeit und Hilfsmöglichkeiten.

Wie ist anhand Ihrer Statistiken die Situation bei den Depressionen, Herr Degelmann?

Leider können wir keine Zahlen nennen, weil uns über die Diagnosen keine vorliegen. Wir erkennen aber eine Häufigkeit von depressiven Erkrankungen anhand von Arbeitsunfähigkeit und den verordneten Medikamenten.

Das heißt, Depressionen nehmen zu?

Das ist eindeutig so, keine Frage. Wir sehen das, wie gesagt, bei den Medikamenten, die eingesetzt werden. Nun ist es aber so, dass diese Medikamente auch in anderem Zusammenhang verordnet werden können und deshalb ist es schwierig, eine Zunahme mit Zahlen zu untermauern. Wir erkennen auch regionale Unterschiede, dass beispielsweise in bestimmten Lebenssituationen die Arbeitsunfähigkeit steigt.

Welche regionalen Unterschiede sind das?

Man merkt deutlich, dass in Regionen, die von Arbeitsplatzverlusten betroffen sind, mehr Patienten mit Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden.

Heißt das, wenn in Selb oder Münchberg eine größere Firma Leute entlässt, dass sich das bei den Krankenzahlen niederschlägt?

Ja, das stimmt. Die Leute haben Existenzängste und das merken wir an den Patientenzahlen. Natürlich ist das unwissenschaftlich, aber die Existenzängste unserer Versicherten sind anhand der Verordnungen und Krankschreibungen nachvollziehbar. Und aus Existenzängsten kann sich dann sehr leicht eine Depression entwickeln. Wenn man eine gewisse Perspektivlosigkeit hat und noch ein organisches Leiden dazukommt, das für sich gar nicht dramatisch ist wie beispielsweise Rückenbeschwerden, dann kann das in die Depression führen. Natürlich ist es immer individuell zu sehen. Die Menschen sind nicht gleich und reagieren ganz unterschiedlich.

Welche Rolle spielt der gesellschaftliche Wandel, in dem wir im ganzen Land mittendrin stecken?

Eine sehr große. Der Arbeitsplatzverlust ist der eine große Risikofaktor, der andere der gesellschaftliche Wandel. Die zwischenmenschlichen Bindungen sind nicht mehr so ausgeprägt. Da gibt es alte Menschen, die allein sind, gescheiterte Ehen oder Kinder, die in Situationen geraten, die gesellschaftlich bedingt sind. Insbesondere wenn Ehen auseinanderbrechen, erkennt man, dass es über die Arbeitsunfähigkeit oft zur Depression führt.

Das heißt, bei den Ausgaben der Krankenkassen spielen Depressionen eine große Rolle?

Ja, das ist unstrittig. Bei den Medikamentenkosten sind Depressionen der Haupttreiber.

Wo bekommt man Hilfe, wenn man selbst oder ein Angehöriger an Depressionen leidet?

Es ist immer wichtig, in ärztliche Behandlung zu gehen. Das ist schon deshalb unerlässlich, weil man nach anderen möglichen Ursachen für die Beschwerden suchen muss. Das könnten auch Nebenwirkungen von Medikamenten sein, durchaus von frei verkäuflichen. Man sollte also zum Arzt seines Vertrauens gehen, der wahrscheinlich nach Abklärung der Symptome zum Facharzt überweist. Gute Erfolge bringt eine psychotherapeutische Behandlung.

Welche Rolle spielt das Umfeld des Patienten?

Ich bin der Meinung, dass eine Integration in der Gesellschaft ganz wichtig ist. Man muss versuchen, unter Leute zu gehen. Es gibt Selbsthilfegruppen, die wir auch unterstützen, und die Erfahrung zeigt, dass es gut tut, sich mit Menschen auszutauschen, die das gleiche Leiden haben. Aber an der ärztlichen Behandlung führt nichts vorbei. Man kann auch direkt zu einem Psychiater gehen. Psychotherapie ist das dritte Standbein in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Nun sind gerade Psychiater dafür bekannt, dass sie lange Wartezeiten haben.

Das ist in allen fachärztlichen Bereichen so. Deshalb unterstützen wir jede Möglichkeit, bei den Ärzten zu einer bedarfsgerechten Versorgung zu kommen. Die lange Wartezeit auf Termine ist in der Tat nicht ganz unproblematisch. Das liegt natürlich auch an der Behandlung, denn sie ist langwierig. Das ist aber kein spezielles Hofer oder Wunsiedler Problem, sondern überall so. Eine psychotherapeutische Behandlung ist sehr zeitaufwendig. Deshalb kommt es zwangsläufig zu Engpässen.




Kommentare zum Beitrag "Arbeitsplatzverlust ist ein großer Risikofaktor"

Kommentar von Krank
Das macht sehr krank



Thema: Depressionen News

Dieser Beitrag wurde 2803 mal gelesen.

Kommentar schreiben  Druckansicht  Seitenanfang 
Beurteilen 




Zu früh gefreut

Mal wieder was von mir:

Ältere Mütter haben häufiger Psychosen

Depression ist „der unsichtbare Feind“ der Europäer

Statusbericht für heute

Promethazin - Die Bremse für das Kopfkarussell

Australien-Star spricht über seine Depressionen

Ich nochmal

Depressive Jungs

Depressionen



Fortsetzung von gestern
Hochbegabte sind oftmals schlau, selbstgenügsam und - isoliert
Manisch-Depressive leben gefährlich
Angehörige von Depressiven leiden auch - ich merk's
Karl erzählt


Gesamtverzeichnis
Februar 2009
Januar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
November 2008
Oktober 2008
September 2008
August 2008
Juli 2008
April 2008
März 2008
Januar 2008
Dezember 2007
Oktober 2007


Von: Krank
Kommentar:
Das macht sehr krank
Zum Beitrag


Von: Julia Cz.
Kommentar:
Lieber Karl...

Zum Beitrag


Von: Tom L.
Kommentar:
Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
Zum Beitrag


Von: Karl
Kommentar:
Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.

Zum Beitrag


Von: ElliVanelli
Kommentar:
Hallo Karl

Zum Beitrag



Mister Wong

RSS-Feed

Heute ist der
7.2.2012

Es ist
16:58:04 Uhr

Ihre IP:
38.107.179.240

Blog-Einträge: 146

Die letzten 24 Stunden im Überblick


Gelesene Beiträge insgesamt:
157302


Mo Di Mi Do Fr Sa So
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829

Impressum