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Sonntag, 24.8.2008, 15:31:34 Uhr
Karl war ja gestern bei mir, ich hab ja drüber geschrieben.
Mann, war der fertig. So aufgelöst wie gestern habe ich ihn noch nie gesehen. Er war irgendwie vollkommen durch den Wind, total durcheinander, ich weiß gar nicht, wie ich das sonst beschreiben soll. Auf jeden Fall glaube ich, dass der ganz schön am Ende ist.
Dabei fällt mir ein, dass ich uns vielleicht vorher erst einmal genauer vorstellen sollte.
Also Karl ist mein bester Kumpel. Wir kennen uns schon aus der Schulzeit, verloren uns zwischenzeitlich etwas aus den Augen und sind jetzt aber seit einigen Jahren wieder dicke Freunde. Das heißt, dicke Freunde ist in letzter Zeit so ein Ding: er zieht sich immer weiter zurück, manchmal sehe ich ihn wochenlang nicht mehr.
Ich bin übrigens nicht Karl, auch wenn es der Leser vielleicht vermuten mag. Ich bin, wie gesagt sein bester Kumpel, und nachdem ich mich mit Karl ausführlich unterhalten habe sind wir zu dem Entschluss gekommen, seine Geschichte hier niederzuschreiben. Ich fungierte dabei in erster Linie als sein Zuhörer und Beobachter und schreibe quasi sein Tagebuch. Dies ist deshalb nötig, da er offensichtlich gar nicht mehr hundertprozentig mitbekommt, was in seinem Leben überhaupt passiert. Ich als außenstehende Person habe da anscheinend den besseren Überblick. Und übrigens ist der Name Karl auch nicht der echte Name von Karl, sondern ein von mir ausgesuchter.
Wie dem auch sei, ihr einige weitere Fakten über meinen besten Freund:
Karl ist inzwischen fast 40 Jahre alt, ist seit über 10 Jahren verheiratet und hat einen Sohn. Er kommt aus normalen Verhältnissen und war eigentlich sein Leben lang krank. Er ist in einem großen Konzern in der Computerabteilung beschäftigt, eine Arbeit, die im bisher eigentlich immer viel Spaß gemacht hat.
Karls Frau ist seine Jugendliebe. Sie lernten sich kurz nach der Schule kennen und sind seitdem ein paar, inzwischen fast 20 Jahre. Sie ist im öffentlichen Dienst beschäftigt, wo sie so nach und nach Karriere machte. Genauer gesagt, ist sie vom Rang wohl höher gestellt als Karl, jedoch merkt man ihr das bestimmt nicht an, sie ist eigentlich immer eine ziemlich locker der Person gewesen.
Der gemeinsame Sohn wird inzwischen 13 Jahre alt, besucht das Gymnasium und scheint ganz gut geraten zu sein. Karl spricht immer von seinen guten Noten und wie sportlich sein Sohn doch sei.
Soweit so gut, so viel zu Karl und zu mir.
Nun war Karl ja gestern bei mir und war ganz schön fertig. Er erzählte mir, dass seine Frau sich von ihm trennen will. Offensichtlich gibt es bereits seit einigen Monaten immer wieder Probleme in ihrer Ehe, was mir so jedoch noch gar nicht aufgefallen ist. Karls Frau wurde übrigens vor ungefähr einem Jahr mal wieder befördert und ist jetzt Abteilungsleiterin. Eigentlich hat Karl sich darüber gefreut, aber wenn man ihn näher kennt, ärgerte er sich natürlich noch darüber, dass er in seinem Beruf nicht weiter vorankommt. Er hat eben nicht studiert und ein normaler Arbeiter hat heutzutage normalerweise keine Chancen, es sei denn, er hat Beziehungen. Aber das jetzt nur am Rande...
Ich fragte ihn auf jeden Fall, was denn los sei zwischen den beiden, er meinte, er sei seiner Frau wohl nicht mehr gut genug. Sie möchte ständig irgendwelche Unternehmungen starten, er ist jedoch am liebsten zuhause, weil er seine Ruhe haben will. Auf die Dauer mit seiner Frau dadurch natürlich unzufrieden, was wohl jeder verstehen kann. Sogar er selbst versteht das, offensichtlich ist ihm das aber anscheinend egal oder er kann nicht anders, wie er zumindest behauptet. Auf jeden Fall sagt seine Frau zu ihm, dass sie seit vielen Monaten schon nichts mehr miteinander gemacht haben und sie so nicht mehr mit ihm weiterleben möchte. Sie fühlt sich zu jung, als dass sie schon lebe wie ein altes Ehepaar.
Naja, ich kann das ja verstehen, aber wenn ich Karl so sehe, tut er mir leid und verstehe seine Frau nicht mehr. Ich glaube, ich werde wohl einmal mit dir reden.
Thema: Karls Tagebuch
Dieser Beitrag wurde 264 mal gelesen.
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Von: Krank
Kommentar: Das macht sehr krank
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Von: Julia Cz.
Kommentar: Lieber Karl...
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Von: Tom L.
Kommentar: Es ist schon hart an eine dieser depressiven Erkrankungen zu leiden. Man sieht z.B. in Haiti wie schlecht es den Menschen dort geht und sollte jubeln. Aber man tut es nicht sondern ist meist wie eh und je am Boden.
Daher Kompliment für diese Seiten hier. Es ist gut zu wissen das es auch anderen Menschen so ergeht wie einem selbst. Und das es nicht ummöglich ist das es einem zumindest ab und an besser geht.
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Von: Karl
Kommentar: Ich nehme die immer dann, wenn es mir zu viel wird. Zwar dauert das schon mal ne halbe Stunde, bis die wirken, aber dann ist wieder alles OK.
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Von: ElliVanelli
Kommentar: Hallo Karl
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