Männer und Depressionen

Eine depressive Erkrankung unterscheidet sich bei Männern und Frauen. Es ist den meisten Leuten wohl bekannt, dass Frauen öfters von einer Depression betroffen sind als Männer. Das könnte auch die Begründung dafür sein, warum während der vergangenen 50 Jahre immer wieder depressive Erkrankungen von Frauen betrachtet wurden, jedoch kaum über dieselbe Erkrankung bei Männern gesprochen wurden. Mittlerweile erhalten Männer und ihre Depressionen allerdings auch eine größere Aufmerksamkeit.

Mittlerweile haben Forschung und Erfahrung nämlich gezeigt, dass die Zahl der Männer, die unter einer depressiven Erkrankung leiden, weitaus höher ist, als man es bis jetzt vermutet hat. Insbesondere werden immer mehr jüngere Männer von einer Depression betroffen. Die größte Gefahr ergibt sich jedoch bei Männern, die schon älter sind und dann eine Depression bekommen, weil diese, insbesondere wenn sie alleinlebend sind und dann noch erkrankten, deutlich öfters einen Suizid durchführen. Auch generell ist es so, dass die Selbstmordrate bei Männern die der Frauen übersteigt. Außerdem verläuft der Selbstmord bei Männern meist nach einem anderen Muster. So fahren diese beispielsweise in hohem Tempo gegen einen Baum oder machen einen Kopfschuss. Frauen hingegen schneiden sich beim Suizid eher ihre Adern auf oder wählen Gift, um den Freitod durchzuführen.

Es ist zwar so, dass ein Großteil der Männerwelt Probleme damit hat, es zuzugeben, allerdings werden sie trotzdem von Dingen wie Trennung vom Partner, Arbeitslosigkeit oder Einsamkeit ebenso belastet, wie es auch bei Frauen vorkommt. Anscheinend ist es aber so, dass es bei den Männern eine Art Schwelle gibt. Daraus kann man schließen, dass zunächst eine bestimmte Menge negativer Dinge passieren müssen, bevor es zu einer Depression kommen kann. Erst bei einem Überschreiten dieser Schwelle tritt dann allerdings tatsächlich eine depressive Erkrankung auf. Wird die Schwelle überschritten, so wird der betroffene Mann aber im Gegensatz zu einer depressiven Frau ziemlich rasch von dem Gefühl begleitet, sein Leben hätte keinen Sinn mehr und es gäbe sowieso keinen Ausweg mehr für ihn.

Üblicherweise ist es so, dass depressive Erkrankungen bei Frauen oder Männern unterschiedliche Ursachen haben. Der Grund für eine Depression bei einem Mann ergibt sich häufig aus einem der folgenden Faktoren:

  • Soziale Probleme
  • Körperliche Schwierigkeiten
  • Sucht

Außerdem ist man der Meinung, dass das Erleben einer depressiven Erkrankung von einem Mann sich anders gestaltet, als von einer Frau.

Bei Frauen ist eine Tendenz dahingehend festzustellen, dass der von ihnen wahrgenommene Stress ziemlich direkt in der Entwicklung einer Depression mündet. Bei Männern ist dies anders: Dort tritt häufig als erste Reaktion auf den Stress eine weitere Krankheit auf. Solche Erkrankungen sind beispielsweise Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, zu hoher Blutdruck oder Krankheiten der Herzgefäße.

Wenn ein Mann bemerkt, dass er gerade dabei ist, an einer Depression zu erkranken, dann probiert er üblicherweise zunächst, dies mit sich selber zu vereinbaren. Es ist ja bekannt, dass Männer eher weniger reden, vor allem wenn es um ihr Gefühlsleben geht. Daher ist man davon überzeugt, dass es viel mehr Männer gibt, die unter einer depressiven Erkrankung leiden, als unsere Statistiken und sonstige Berichte es uns vorgeben.

Der depressiven Erkrankung einer Frau gehen oftmals irgendwelche Angstzustände voraus. Auch dies ist bei Männern anders: Bevor diese an einer Depression erkranken, haben sie Häufig mit Problemen der Abhängigkeit zu kämpfen, also beispielsweise einer Alkoholsuch. Untersuchungen haben ergeben, dass fast ein Drittel der Männer, die an einer Depression erkrankt sind, noch vor ihrer Krankheit in der Tat ein Abhängigkeitsproblem hatten. Dies ist ja schon erschreckend, allerdings ist es leider auch noch voll so, dass viele Männer mit einer depressiven Erkrankung probieren, die Krankheit mit Hilfe von Drogen zu „behandeln“, also zu beherrschen. Vor allem dieses Verhalten kann in einem schlimmen Teufelskreis münden, denn die depressive Erkrankung drängt den Betroffenen immer weiter zu dem Gebrauch von Drogen, welche dann allerdings den Erkrankten noch weiter in seine Depression stürzen.

 

Männer in einem gewissen Alter und Depressionen

Bei dem Älterwerden der Männer passiert das gleiche, wie wenn Frauen in die wohl bekannten Wechseljahre kommen: die Produktion der Hormone nimmt ab. Beispielsweise stellt der Körper des Mannes eine immer geringer werdende Menge an Testosteron, also dem typischen männlichen Geschlechtshormon, her. Dieser Prozess beginnt ungefähr ab einem Lebensalter von 50 Jahren. Wenn der betroffene Mann dann 75 Jahre alt wird, hat die Herstellung von Testosteron bereits um ungefähr 40 Prozent nachgelassen.

Das Hormon Testosteron ist für den Mann sehr wichtig, da es für die Regelung verschiedener sexueller Funktionen seines Körpers verantwortlich ist, also beispielsweise für die Ejakulation und Erektion. Außerdem wirkt es im Hirn an der Steuerung des sexuellen Empfindens und Interessens mit.

Kommt es nun zu einer verringerten Ausschüttung dieses Hormons, so können verschiedene Begleiterscheinungen auftreten, wie beispielsweise:

  • Ermüdung
  • Schwindendes Interesse an Sexualität
  • Erektionsprobleme
  • Verwirrtheit

Viele werden es bereits erkannt haben: Diese Begleiterscheinungen haben eine starke Ähnlichkeit zu den Symptomen einer depressiven Erkrankung. In der Tat ist es anscheinend so, dass insbesondere das Schwindende Interesse an Sexualität, sowie die Einschränkung der sexuellen Funktionen die Entwicklung einer depressiven Erkrankung fördern können.

Leider kann man daraus nicht schlussfolgern, dass die einfache Vergabe des Hormones Testosteron nun das Allheilmittel wäre und damit die allesamt Probleme behoben wären. Es ist auf der einen Seite schon so, dass Testosteron für den Mann dann positive Auswirkungen hätte, wie beispielsweise:

  • Verbesserung der Stimmung
  • Steigerung der Tatkraft
  • Steigerung des Wohlbefindens

Jedoch kommen stattdessen negative Wirkungen auf, wie zum Beispiel Gereiztheit, Wut oder Traurigkeit.

 

Sexualität des Mannes und Depressionen

Wer es zuvor noch nicht geahnt hat, konnte es zumindest vorherigem Text entnehmen: Sexualität ist für den Mann sehr wichtig.

Es kann für den Mann vor allem dann sehr schlimm werden, wenn seine sexuellen Funktionen eingeschränkt sind. An erster Stelle stehen hier natürlich Erektionsprobleme. Zu diesen kann es mit steigendem Lebensalter kommen, aber Erektionsprobleme können auch bei jüngeren Männern auftreten, wenn diese beispielsweise von einer depressiven Erkrankung betroffen sind. Außerdem gibt es verschiedene Antidepressiva, deren Nebenwirkungen eine Störung der sexuellen Funktionen beinhalten. Fazit ist also: Eine Vielzahl der Männer, die an einer Depression erkrankt sind, haben sexuelle Schwierigkeiten.

Probleme mit der Sexualität sind für den Betroffenen selbstverständlich sehr schlimm. Allerdings muss beachtet werden, dass ebenso die Partnerinnen mit dieser Situation zu kämpfen haben. Wenn die Sexualität des Mannes gestört ist, wissen viele Frauen nicht, wie sie damit umgehen sollen und haben schlimme Vermutungen. So haben auch die Partnerinnen mit verschiedenen Dingen zu hadern, wie beispielsweise:

  • Ängsten davor, ihr Partner habe eine andere Frau.
  • Das Gefühl, von ihm nicht mehr geliebt zu werden.
  • Die Angst vor nachlassender Attraktivität.
  • Das Gefühl, nicht liebenswert zu sein.

Um zu verhindern, dass die depressive Erkrankung zu einer ernsthaften Störung oder sogar Zerstörung der Beziehung werden kann, muss von dem Betroffenen und seiner Partnerin äußerst viel Offenheit und Feingefühl mitgebracht werden.

 

 
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